Ärzte Zeitung, 08.03.2013

Niedersachsen

Kliniken fordern Nachschlag

Um rund 70 Euro legt der Landesbasisfallwert in Niedersachsen im Vergleich zu 2012 zu. Zu wenig, meint die Krankenhausgesellschaft. Der Bundesfallwert liegt immer noch höher. Die Ministerin will mehr Geld locker machen.

Von Christian Beneker

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Cornelia Rundt (SPD), Niedersächsische Gesundheitsministerin.

© Sozialministerium

HANNOVER. Niedersachsens Kliniken erhalten mehr Geld. Aber Krankenhausgesellschaft und Ministerium fordern mehr.

Niedersächsische Krankenhausgesellschaft und die Krankenkassen haben sich auf einen neuen Landesbasisfallwert geeinigt. Die durchschnittliche Vergütungshöhe steigt von 2945,98 Euro im Jahr 2012 auf 3016 in diesem Jahr.

Niedersachsens neue Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) hat den Landesbasisfallwert bereits genehmigt.

Für Helmut Fricke, Direktor der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft, ist damit aber noch nicht das Ende der Fahnenstange für 2013 erreicht. "Beim Kongress ‘Krankenhausgipfel' in Berlin am 19. Februar war zu hören, dass ein Nachschlag von 0,7 bis ein Prozent drin ist", sagt Fricke der "Ärzte Zeitung". "Das wäre aber auch das Mindeste!"

Auch Gesundheitsministerin Rundt will für Niedersachsens Krankenhäuser mehr Geld locker machen. "Die Frage ist: Wie schaffen wir es, Strukturen auf Bundesebene so zu ändern, dass nachher einzelne Bundesländer nicht im Regen stehen", sagte Rundt der "Ärzte Zeitung".

"Im Moment steht Niedersachsen im Regen." Tatsächlich liegt der Bundesbasisfallwert bei 3068 Euro.

"Wir brauchen andere Lösungen"

Um die Finanzierung der Krankenhäuser nachhaltig auf sichere Beine zu stellen, wird sich Niedersachsen beim Bund energisch für eine auskömmlichere Finanzierung der niedersächsischen Krankenhäuser stark machen, hieß es.

Auch bei den Krankenhausinvestitionen sieht Rundt dringenden Handlungsbedarf. "Ich teile mit der Krankenhausgesellschaft die Einschätzung, dass wir einen riesigen Investitionsstau haben", sagte Rundt.

"Aber die schlechte Botschaft ist: Wir werden ihn nicht in ein oder zwei Jahren aufgelöst bekommen." Sie sei bereits mit dem Finanzministerium im Gespräch, um zusätzliche Investitionsmittel für die Krankenhäuser zu organisieren.

In Niedersachsen schreiben nach Angaben der Krankenhausgesellschaft des Landes rund die Hälfte der Kliniken rote Zahlen. In Einbeck haben sich Ende vergangenen Jahres Bürger zusammen getan und unterstützen das örtliche Krankenhaus finanziell - für Rundt, keine Zukunftsperspektive.

"Stiftungen und Förderungen können ein Haus weiter bringen", sagte die Ministerin. "Aber wenn der Betrieb die laufenden Kosten nicht trägt, kann man Stiftungen oder Bürgerinnen und Bürger nur damit überfordern, so etwas dauerhaft sicherstellen zu können. Wir brauchen andere Lösungen."

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