Ärzte Zeitung, 06.03.2013

Thüringen

Mehr Schlichtungen wegen vermuteter Arztfehler

Mehr Arbeit für die Schlichtungsstelle der Ärztekammer Thüringen. Aber nachweisliche Behandlungsfehler werden seltener.

ERFURT. Falsche Diagnosen, zu späte Behandlung: Drei Thüringer sind im vergangenen Jahr durch Behandlungsfehler von Ärzten gestorben. Nach Angaben der Landesärztekammer ist der Trend jedoch seit mehreren Jahren rückläufig. 2009 waren es noch acht Tote.

Die Zahl der Klagen erreichte hingegen einen neuen Höchststand. Bei der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen gingen 381 Anträge auf Schadensersatz und Einleitung eines Schlichtungsverfahrens ein (Vorjahr: 333).

In der Hälfte der Fälle konnte kein Beweis für einen Behandlungsfehler erbracht werden. Bei 71 Anträgen erhielten die Patienten Schadensersatz, bei mehr als einem Viertel legten die Ärzte Widerspruch ein. Nur ein Fall landete vor Gericht.

Anerkannt wurde die Klage einer Frau, die bei einer Kaiserschnittgeburt nicht ausreichend betäubt worden war.

Chirurgen mussten mit 45 anerkannten Fehlern am häufigsten zahlen, besonders Unfallchirurgen (22) waren betroffen. In mehreren Fällen etwa wurden Knochenbrüche nicht erkannt. Auf das Konto der Orthopäden und Hausärzte gingen je fünf Klagen.

Die Patienten wurden oftmals nicht ausreichend aufgeklärt, auch falsche Diagnosen und Operationsmethoden sowie Fehler bei der Nachsorge sorgten für Klagen. Die häufigsten Krankheiten waren Arthrosen, Frakturen, Erkrankungen von Rücken, Herzen und Knie. (rbü)

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