Ärzte Zeitung, 08.03.2013

Thüringen

Kein Qualitätsnachweis - Geld zurück

Werden DMP-Ziele nicht erreicht, sollen Vertragsärzte in Thüringen jetzt in Regress genommen werden.

ERFURT. Die Krankenkassen wollen ihr Geld zurück: In Thüringen werden in fast allen Disease-Management- Programmen (DMP) erhebliche Honorarrückforderungen gestellt.

Um welche Größenordnungen es sich dabei handelt, wollten die Kassen auf Anfrage der "Ärzte Zeitung" nicht bekannt geben. Die Regresse hatten auf der jüngsten Vertreterversammlung für massive Verstimmung gesorgt.

Die Kassen wehren sich nun gegen die Kritik: Alle DMP-Ärzte seien seit Mai 2011 schriftlich informiert worden. Darin wurde auf die Einführung jährlicher Qualitätsmaßnahmen hingewiesen.

Diese wurden von einigen Ärzten jedoch nicht vertragsgemäß abgerechnet, begründen die Kassen ihre Rückforderungen.

"Es liegen also Abrechnungsfehler der Ärzte vor. Nun fordern die Krankenkassen diese nicht vertragskonformen Vergütungen zurück", erklärt die AOK Plus in einer Stellungnahme im Namen aller gesetzlichen Krankenkassen.

DMP stehen nicht zur Disposition

So erfolgt für die jährliche augenärztliche Untersuchung eines DMP-Patienten mit Diabetes Typ 2 nur dann eine Vergütung, wenn mindestens 75 Prozent der eingeschriebenen Versicherten diese Untersuchung binnen eines Jahres in Anspruch genommen haben.

Die DMP werden als Vorauszahlung geleistet. Bis auf Brustkrebs sind alle Programme betroffen (Diabetes Typ 1 und 2, COPD, Asthma, KHK).

"Wir sehen hier ein Riesen-Problem, aber wir sind im Moment machtlos", sagte KV-Vize Thomas Schröter. Man verfüge nicht über die nötigen Daten zur Überprüfung.

Derzeit verhandeln KV und Krankenkassen über die Fortführung der DMP. Ziel der Krankenkassen, so schreiben sie, sei ein "einfaches aber wirkungsvolles Vergütungs- und Abrechnungssystem".

Die DMP selbst stünden jedoch nicht zur Disposition, heißt es von Seiten der Krankenkassen. (rbü)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »