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Thüringen

Kein Qualitätsnachweis - Geld zurück

Werden DMP-Ziele nicht erreicht, sollen Vertragsärzte in Thüringen jetzt in Regress genommen werden.

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ERFURT. Die Krankenkassen wollen ihr Geld zurück: In Thüringen werden in fast allen Disease-Management- Programmen (DMP) erhebliche Honorarrückforderungen gestellt.

Um welche Größenordnungen es sich dabei handelt, wollten die Kassen auf Anfrage der "Ärzte Zeitung" nicht bekannt geben. Die Regresse hatten auf der jüngsten Vertreterversammlung für massive Verstimmung gesorgt.

Die Kassen wehren sich nun gegen die Kritik: Alle DMP-Ärzte seien seit Mai 2011 schriftlich informiert worden. Darin wurde auf die Einführung jährlicher Qualitätsmaßnahmen hingewiesen.

Diese wurden von einigen Ärzten jedoch nicht vertragsgemäß abgerechnet, begründen die Kassen ihre Rückforderungen.

"Es liegen also Abrechnungsfehler der Ärzte vor. Nun fordern die Krankenkassen diese nicht vertragskonformen Vergütungen zurück", erklärt die AOK Plus in einer Stellungnahme im Namen aller gesetzlichen Krankenkassen.

DMP stehen nicht zur Disposition

So erfolgt für die jährliche augenärztliche Untersuchung eines DMP-Patienten mit Diabetes Typ 2 nur dann eine Vergütung, wenn mindestens 75 Prozent der eingeschriebenen Versicherten diese Untersuchung binnen eines Jahres in Anspruch genommen haben.

Die DMP werden als Vorauszahlung geleistet. Bis auf Brustkrebs sind alle Programme betroffen (Diabetes Typ 1 und 2, COPD, Asthma, KHK).

"Wir sehen hier ein Riesen-Problem, aber wir sind im Moment machtlos", sagte KV-Vize Thomas Schröter. Man verfüge nicht über die nötigen Daten zur Überprüfung.

Derzeit verhandeln KV und Krankenkassen über die Fortführung der DMP. Ziel der Krankenkassen, so schreiben sie, sei ein "einfaches aber wirkungsvolles Vergütungs- und Abrechnungssystem".

Die DMP selbst stünden jedoch nicht zur Disposition, heißt es von Seiten der Krankenkassen. (rbü)

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