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Ärzte Zeitung, 06.06.2013

Honorarstreit

Zitronen vor der DAK

Zitronen für die Verbandschefin: Mit einer Demonstration vor der DAK-Zentrale in Hamburg erhöhen die Ärzte im Honorarstreit den Druck für die Kompromisssuche.

Von Dirk Schnack

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Kritik an der DAK, stellvertretend für alle Kassen. So demonstrierten Ärzte und Praxismitarbeiterinnen am Mittwoch vor der DAK-Hauptverwaltung.

© Dirk Schnack

HAMBURG. Im Hamburger Honorarkonflikt verhärten sich die Fronten. Bei einer Protestkundgebung am Mittwoch warfen Ärztevertreter den Kassen vor, skandalös und zynisch zu agieren. Die Kassen dagegen sprechen von maßlosen und absolut unangemessenen Forderungen der Ärzte.

Vor der DAK-Hauptverwaltung pflegten Dr. Michael Späth und Dr. Dirk Heinrich vom Aktionskomitee der ärztlichen Selbstverwaltung ihr Feindbild: vdek-Leiterin Kathrin Herbst - draußen nur auf einem Foto und persönlich hinter verschlossenen Türen präsent - bekam einen Korb Zitronen überreicht.

Die Früchte stehen symbolisch für die Praxen, die sich wirtschaftlich ausgepresst fühlen. Nach Angaben Späths hatten die Kassen unter Federführung des vdek zuvor ihr Honorarangebot für 2013 - das bislang auf Niveau der Bundesempfehlung lag - heruntergeschraubt.

Laut Späth hätte dies den Ärzten unter dem Strich nur ein Plus von 1,25 Prozent gebracht. Die Hamburger Ärzte sehen ihre Leistungen seit Jahren nicht angemessen honoriert und hatten mit der Öffnungsklausel für den regionalen Spielraum auf eine Anpassung nach oben gehofft.

"Nun hat der Wasserpegel des Unmuts der Ärzte in Hamburg das Niveau der Donau in Passau erreicht", sagte Hausarzt Dr. Volker Lambert. Heinrich sieht als Ursache dafür neben der Honorarblockade auch die Kassenkritik, die er als "ständige Beschimpfungen" empfindet.

Unterstützung erhielten die Ärzte bei ihrer Kundgebung vom Verband medizinischer Fachberufe, der viele Mitglieder mobilisiert hatte.

Gesprächsfaden noch nicht abgerissen

Die Verbandsvorsitzende Hannelore König mahnte: "Die Krankenkassen können ihren Versicherten nicht das Rund-um-sorglos-Paket versprechen und die Leistungen dann nicht adäquat bezahlen."

Als König später die Ärztevertreter zum vertraulichen Gespräch mit Kassenvertretern begleiten wollte, soll ihre Teilnahme angeblich von vdek-Chefin Kathrin Herbst abgelehnt worden sein. Die Ärztedelegation hatte daraufhin das Gebäude verlassen.

Die Kassen verweisen in ihrer Argumentation auf eine Pro-Kopf-Vergütung von 500 Euro je Versicherten in Hamburg bei zugleich überdurchschnittlich junger und gesunder Bevölkerung.

"Vor diesem Hintergrund ist es nicht verständlich, dass die Hamburger Vertragsärzte Forderungen im zweistelligen prozentualen Bereich aufstellen." Herbst forderte die Ärzte auf, "Patienten nicht weiter als Schutzschilde für ihre eigenen Interessen zu missbrauchen."

Jenseits der öffentlichen Schuldzuweisungen scheint der Gesprächsfaden in der Selbstverwaltung jedoch nicht ganz abzureißen. Späth schloss nicht aus, dass sich die Kassen doch noch vor dem Schiedsamtstermin am 26. Juni bewegen.

Nach seiner Einschätzung wären einige Kassen bereit zu einem Kompromiss, der in weiten Teilen die Forderungen der Ärzte berücksichtigt. Abschlüsse mit Einzelkassen aber sind nach derzeitigem Recht nicht möglich. Späth: "Einheitlich und gemeinsam ist unsinnig."

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