Ärzte Zeitung online, 12.09.2013

Honorar

Wogen zwischen KBV und VV geglättet

Wogen zwischen KBV und VV geglättet

Grundleistungen sollen künftig extrabudgetär vergütet werden - an diesen Beschluss der VV will sich die KBV bei den Honorarverhandlungen mit den Kassen halten. Das hat sie nun klargestellt, nachdem Aussagen von KBV-Vize Feldmann bei einigen VV-Mitgliedern Verwirrung gestiftet hatten.

BERLIN / POTSDAM. Grundleistungen der Haus- und Fachärzte sollen ab 2014 extrabudgetär vergütet werden.

Mit dieser Forderung ist die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in die laufenden Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen gegangen. Das hat KBV-Sprecher Dr. Roland Stahl auf Nachfrage bestätigt.

Damit kehrt die KBV zu dem Kurs zurück, der in der Vertreterversammlung (VV) beschlossen wurde. "Es bleibt alles wie gehabt und von der VV beschlossen", teilte Stahl der "Ärzte Zeitung" mit.

Zwischenzeitlich hatten Äußerungen von KBV-Vorständin Regina Feldmann für Verwirrung gesorgt.

Sowohl die KV Hamburg als auch der Chef der KV Brandenburg (KVBB) Dr. Hans-Joachim Helming bewerteten es kritisch, dass diesen Äußerungen zufolge die Überführung von hausärztlichen Grundleistungen aus der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung (MGV) in die extrabudgetäre Gesamtvergütung (EGV) entgegen dem VV-Beschluss doch nicht Bestandteil der Forderungen sein sollte.

Die KV Hamburg hat ihre Kritik zwischenzeitlich revidiert. Helming kündigte der Brandenburger VV an: "Wir werden natürlich alles daran setzen, insbesondere Grundversorgungsleistungen aus der MGV in die EGV zu überführen."

Argumente der Ärzte werden Kassen überzeugen

Mit Blick auf den Fortgang der Verhandlungen am 25. September im Erweiterten Bewertungsausschuss zeigt sich der KVBB-Chef optimistisch. Er erwartet, dass die Argumente der Ärzte in diesem Jahr schwerer wiegen als die der Krankenkassen.

Nach seinen Angaben stützt das nun vorliegende Ergebnis des Instituts des Bewertungsausschusses (InBa) zur Punktwertanpassung die Forderungen der KBV. Die Kassen würden dieses Ergebnis "sehr kritisch" sehen.

Die KBV wolle eine Anhebung des bundesweiten Orientierungspunktwertes um 2,6 Prozent fordern. "Wir sind im Augenblick zuversichtlich, dass unsere Interessen stärker unterstützt werden", sagte Helming.

Die Ergebnisse des InBa seien stichhaltig. "Wenn dort entsprechende Ergebnisse produziert werden, haben diese eine gewisse Tragfähigkeit", sagte der KVBB-Chef den Vertretern.

Für die Punktwertanpassung herangezogen werden laut Helming die Entwicklung der Oberarztgehälter (1,7 bis 3 Prozent), die Überschüsse nach Fachgruppen (aktuell nur bei den Hausärzten), die Anpassungsrate nach dem sogenannten Stabs-Punktzahlvolumen (0,83 Prozent), die Schätzung der Praxiskostensteigerung nach Fachgruppen (0 bis 3,6 Prozent, Hausärzte bundesdurchschnittlich 2,8 Prozent) und die Preissteigerung (0,08 Prozent). (ami)

[12.09.2013, 20:24:23]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Karnevalistische Bundesvereinigung"?
"Der Bewertungsausschuss ist ein Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte und Krankenkassen"..."Ihm gehören je drei von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und vom GKV-Spitzenverband benannte Mitglieder an. Die Geschäftsführung des Bewertungsausschusses wird durch das Institut des Bewertungsausschusses wahrgenommen."..."Der Erweiterte Bewertungsausschuss wird als Schiedsgremium"..."um einen unparteiischen Vorsitzenden und zwei weitere unparteiische Mitglieder erweitert."
https://www.institut-des-bewertungsausschusses.de/ba.html

Die Verhandlungen am 25.9.2013 werden m. E. genauso desaströs wie im vergangenen Jahr 2012 ausgehen. Damals wedelte Johann-Magnus von Stackelberg als GKV-Kassenvertreter mit einem völlig untauglichen PROGNOS-Gutachten und verlangte eine K ü r z u n g des bundesweiten Orientierungspunktwertes um M i n u s 7 Prozent bei allen Vertragsärzten und -Psychotherapeuten. Im krassen Gegensatz zu dieser GKV-Kassen-„Expertise“ forderte die KBV eine betriebswirtschaftlich begründete E r h ö h u n g von P l u s 11 Prozent beim Orientierungspunktwert. In BWL-Klartext bedeutet dies bei durchschnittlichen 50 Prozent Kosten in den Vertragspraxen für jede/n Vertragsarzt/-ärztin plus 5,5 Prozent als Mehreinnahme. Der Schiedsspruch des damaligen "unabhängigen" Vorsitzenden und Gesundheitsökonomen Prof. Jürgen Wasem von der Universität Duisburg/Essen lautete dann jedoch eine allenfalls nur marginale plus 0,9 Prozent Steigerung des Orientierungspunktwerts.

Die KBV hat diese 0,9 Prozent-Kröte offensichtlich bereitwillig geschluckt, denn sonst könnte sie nicht jetzt mit einer lächerlichen 2,6 Prozent Forderung kommen. Analysiert man die diesjährig anvisierte Steigerung im Detail, kommt man aus dem Staunen nicht heraus: Zur Punktwertanpassung wurden die Entwicklung der Oberarztgehälter (1,7 bis 3 Prozent), die Überschüsse nach Fachgruppen (aktuell nur bei den Hausärzten), die Anpassungsrate nach dem sogenannten Stabs-Punktzahlvolumen (0,83 Prozent), die Schätzung der Praxiskostensteigerung nach Fachgruppen (0 bis 3,6 Prozent, Hausärzte bundesdurchschnittlich 2,8 Prozent) und die Preissteigerung (0,08 Prozent) herangezogen. Beim berühmt-berüchtigten Oberarztgehalt "vergisst" die KBV mit schönster Regelmäßigkeit, dass Klinik-Arbeitgeber dabei einen Lohn-Nebenkostenanteil von 30-35 Tausend Euro pro Jahr zusätzlich einkalkulieren, welche ein selbständiger Praxisinhaber selbstverständlich a l l e i n e extra aufbringen muss, um auf äquivalentes Gehaltsniveau zu gelangen. Eine fachgruppenspezifische Praxiskostensteigerung von 0 bis 3,6 Prozent auch nur theoretisch annehmen zu wollen, ist bei lfd. Gehalts- und Tariferhöhungen bzw. steigenden Verbraucherpreis-Indizes zumindest im Nullbereich geradezu kindisch. Dazu passt eine für die Punktwertanpassung von der KBV fantasievoll angenommene Preissteigerungsrate von 0,08 Prozent wie "die Faust aufs Auge". Führende Wirtschaftsinstitute können ein Preis-Plus von 0,08 Prozent für Deutschland allerdings nirgendwo bestätigen.

Da beschleicht mich doch erneut das Gefühl, die KBV gleiche eher einer "Karnevalistischen Bundesvereinigung": http://www.springermedizin.de/karnevalistische-bundesvereinigung/4539584.html

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »
[12.09.2013, 09:32:12]
Carl Scherer 
Gesprächsziffer nur bei der Hälfte der Patienten möglich
Kurios auch die Gesprächs-Ziffer 03230 mit Deckel 4,50 Euro x Fallzahl > bei 1000 Scheinen also 4500 Euro , geteilt durch 9,00 Euro

macht 500 x Ansatz der Gesprächsziffer möglich , d. h. nur bei jedem 2. ! ist EIN ausführliches Gespräch möglich pro Quartal !


Gruss

cus

 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »