Ärzte Zeitung, 21.10.2013

Vernetzung

Pädiater fordern neue Versorgungskonzepte

BAD ORB. Die ambulanten Versorgungsstrukturen in der Kinder- und Jugendmedizin können flächendeckend in Zukunft nur aufrecht erhalten werden, wenn völlig unterschiedliche Versorgungskonzepte nachhaltig umgesetzt und finanziert werden.

Davon ist Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) überzeugt.

Wie er beim Herbstkongress des BVKJ in Bad Orb ausführte, müssten neben den herkömmlichen Einzelpraxen vermehrt fachübergreifende Formen von Berufsausübungsgemeinschaften und pädiatrische Versorgungsnetze etabliert werden.

Zudem könnten Großpraxen an unterschiedlichen Standorten (Zweigpraxen) mit angestellten Ärzten und medizinische Versorgungszentren in freier Trägerschaft oder angegliedert an Kinder- und Jugendkliniken die künftige gesundheitliche Versorgung von Kindern und Jugendlichen gewährleisten.

Dazu, so Hartmann, müsse die Politik die Rahmenbedingungen aber entscheidend verändern. In kleineren Gemeinden seien Praxisräume einzurichten, die stunden- oder tageweise von unterschiedlichen Fachrichtungen genutzt werden können.

In Regionen mit unzureichendem öffentlichen Nahverkehr müssten regelmäßige Transportmöglichkeiten, analog den Schulbussen, in die Zentren mit medizinischer Versorgung geschaffen werden. Rollende Arztpraxen seien dagegen "keine Lösung", um die pädiatrische Versorgung zu sichern. (ras)

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