Ärzte Zeitung, 22.11.2013

Kommentar zum KBV-Zwist

Selbstbeschäftigung

Von Helmut Laschet

Der Vorstand und vor allem die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung liefern seit Monaten ein Trauerspiel ärztlicher Selbstverwaltung.

Eine Truppe von Hausarzt-Funktionären hat es geschafft, den längst zugeschütteten Graben zwischen Haus- und Fachärzten wieder aufzureißen und alte Feindseligkeiten wiederzubeleben. Das gipfelte in einem Vorstoß von KBV-Vorstand Regina Feldmann, die Führungsspitze der KBV quasi zu sektionieren.

Spätestens seit der schweren Erkrankung von KBV-Chef Andreas Köhler lassen sich die Folgen ermessen: Die KBV wäre zumindest in Teilen führungslos, weil Vertretungsregeln mangels Legitimation nicht mehr funktionieren würden.

Doch der nächste Akt des Trauerspiels steht schon auf der Agenda: eine weitere außerordentliche Vertreterversammlung am 13. Dezember. Sie wird sich - nicht öffentlich - mit den Abwahlanträgen gegen Köhler und Feldmann befassen.

Eine Rolle könnte dabei spielen, ob die von der VV geforderten Nachbesserungen des Hausarzt-EBM - Stichtag ist hier der 30. November - durchgesetzt werden konnten. Das fällt in das Ressort und in die Verantwortlichkeit von Frau Feldmann. Einen Misserfolg kann sie sich eigentlich nicht leisten.

[25.11.2013, 16:17:33]
Anne C. Leber 
Leserzuschrift von Dr. Jürgen Bartels
Sie schreiben, dass eine Truppe von Hausarztfunktionären alte Gräben aufreiße. Entweder haben Sie das Problem nicht erkannt oder wollen es nicht erkennen.
Die Hausärzte werden von der Überzahl der Fachärzte in allen Gremien dominiert. Das ging in den früheren Jahren bis zum Griff in die Töpfe der Hausärzte durch die Fachärzte.
Warum waren Hausärzte jahrzehntelang Schlusslicht beim Honorar?
Jetzt versuchen sie seit Jahren ein eigenes Mandat für ihre Belange zu erreichen, das hat nichts mit Spaltung zu tun, aber
wenn jetzt über die Abwahl des KBV-Vorstandes entschieden wird, können die Fachärzte in ihrer Mehrheit locker Frau Feldmann abwählen. Die Hausärzte in Unterzahl aber nie Herrn Köhler.
So wurde bereits Herr Weigelt mit der Mehrheit der Fachärzte abgewählt, dann Herr Müller „vertrieben“ und jetzt soll es auch Frau Feldmann treffen.
Hausärzte werden nur gelobt, wenn sie sich brav unterordnen!
Wieso wird Herr Köhler durch eine fünfköpfige Facharztgruppe in seinen Funktionen vertreten, wenn Frau Feldmann als 2. Vorsitzende die Aufgaben übernehmen müsste?
Dr. Jürgen Bartels
Iserlohn
Langjähriges Mitglied der VV KVWL zum Beitrag »
[22.11.2013, 15:07:12]
Anne C. Leber 
Leserzuschrift von Dr. Eckhard Starke
Ja, es ist ein Trauerspiel, da gebe ich Ihnen Recht. Aber was nützt uns ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzten eine KBV, die alleine und mächtig durch einen einzigen Mann vertreten wird? Warum gibt es dann überhaupt Stellvertreter, die nicht einmal Zugriff auf die Dezernate haben?
Man kann es sich leicht machen und auf die schuldigen Funktionäre schimpfen. Das Problem ist damit aber nicht erkannt. Wie in vielen Länder-KV´en vorgelebt - und seit einem Jahr auch besonders in Hessen, wird es auch für die KBV Zeit, zu erkennen, dass wir gemeinsam geführt werden müssen, wenn wir gemeinsame Aufgaben lösen müssen.
Nebenbei: wenn Sie als Zuschauer eine KBV-Versammlung erleben unter einem derart mächtigen Mann wie Herrn Köhler, spüren Sie die Angst der Kolleginnen und Kollegen, in Ungnade fallen zu können. Für diejenigen, die bisher nur in einer Demokratie lebten, eine völlig neue Lebenserfahrung.
Dr. Eckhard Starke
aus Offenbach zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »