Ärzte Zeitung online, 21.05.2014

Kammerwahl im Saarland

Marburger Bund bleibt stärkste Kraft

Die Liste der Altärzte kann bei den Kammerwahlen im Saarland mit knapp 13 Prozent ihren Stimmanteil fast verdreifachen. Die Freien Ärzte gehören zu den großen Verlierern - und die Wahlbeteiligung sinkt.

SAARBRÜCKEN. Bei der Ärztekammerwahl im Saarland ist der Marburger Bund (MB) erneut als stärkste Kraft hervor gegangen.

Wie die Kammer nach der Auszählung am Dienstagnachmittag bekannt gab, steigerte der MB seinen Stimmanteil um über zwei Punkte auf 20,5 Prozent. Die Ärztegewerkschaft stellt damit 12 der 76 Mitglieder in der neuen Vertreterversammlung.

Überraschungssieger ist allerdings die "Liste der Altärzte", auf der dieses Mal auch der frühere KV-Vorstand Wolfgang Meunier kandidiert hatte. Sie konnte ihren Stimmanteil mit 12,9 Prozent fast verdreifachen und stellt künftig acht Mitglieder im Kammerparlament.

 Stimmgewinne gab es auch für das Facharztforum (19,1 Prozent, plus 3,2 Prozentpunkte), die Unabhängige Liste der saarländischen Krankenhausärzte von Kammer-Präsident Dr. Josef Mischo (13,7 Prozent; plus 1,4 Punkte), die Liste Ärztliche Methodenfächer (3,1 Prozent; plus 0,7 Punkte) und den Hartmannbund (2,2 Prozent; plus 0,9 Punkte).

Stimmanteil der Freien Ärzte mehr als halbiert

Größter Verlierer der Kammerwahl ist dieses Mal die Liste der "Freien Ärzte" um den Völklinger Nervenarzt Dr. Thomas Kajdi, die bei der Wahl vor fünf Jahren noch deutlich zugelegt hatte. Der Stimmanteil der "Freien Ärzte" wurde mehr als halbiert und sank auf 6,3 Prozent.

Deutliche Verluste musste auch die vom früheren Kammerpräsidenten Dr. Franz Gadomski gegründete "Gemeinschaftsliste" hinnehmen. Sie kam nur noch auf 5,6 Prozent (minus 5,5 Punkte). Verluste gab es auch für die Hausarztliste (14,1 Prozent; minus 1,2 Punkte) und die Integrationsliste Saar (2,4 Prozent; minus 1,9 Punkte).

Der neue Kammervorstand wird am 25. Juni gewählt. Der bisherige Präsident Dr. Josef Mischo hat angekündigt, erneut zu kandidieren. Die Wahlbeteiligung bei den Ärzten war dieses Mal deutlich geringer als vor fünf Jahren. Sie lag nur noch bei 46,4 Prozent.

Bundesweit einmalig bilden Ärzte und Zahnärzte im Saarland eine gemeinsame Kammer. Die Ärzte stellen 60, die Zahnärzte 16 Vertreter im neuen Kammerparlament. (kin)

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