Ärzte Zeitung online, 26.05.2014

Feldmann

Honorarpolitik bleibt eine Dauerbaustelle

Beim neuen Hausarzt-EBM knirscht es. Festgefahren sind die Verhandlungen der KBV um die geriatrischen Institutsambulanzen, wie Vorstand Regina Feldmann auf der KBV-VV berichtet hat.

DÜSSELDORF. Erste Auswertungen des am 1. Oktober 2013 in Kraft getretenen neuen Hausarzt-EBM offenbaren Korrekturbedarf, über den mit dem GKV-Spitzenverband verhandelt wird.

Das zeigt eine Auswertung der Abrechnungsergebnisse des vierten Quartals 2013, die KBV-Vorstandsmitglied Regina Feldmann auf der Vertreterversammlung am Montag in Düsseldorf vorgestellt hat.

Danach ist der Gesamtleistungsbedarf im vierten Quartal 2013 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum in nahezu allen KVen gestiegen, im hausärztlichen Versorgungsbereich jedoch in den meisten KVen gesunken.

Die für die neu eingeführten geriatrischen und palliativmedizinischen Leistungen zur Verfügung gestellten 125 Millionen Euro haben nicht ausgereicht, den Leistungsbedarf ausreichend zu finanzieren. Die Unterfinanzierungsquote überschreitet in den meisten KVen das Zweifache und in manchen KVen wie Saarland und Mecklenburg-Vorpommern sogar das Dreifache.

Feldmann: "Das zeigt, dass die Finanzierung bei der Einführung der Leistungen zu niedrig bemessen war."

Auch bei Chronikerpauschalen Handlungsbedarf

Bei den Gesprächsleistungen schöpft die Hälfte bis drei Viertel der Hausärzte das Gesprächsbudget nicht aus. Bezogen auf alle hausärztlichen Behandlungsfälle betrage die Häufigkeit der Abrechnung der GOP 03230 knapp ein Drittel bis die Hälfte.

Handlungsbedarf sieht Feldmann auch bei den Chronikerpauschalen. Hier sei der Leistungsbedarf im Vergleich zu den Vorquartalen gesunken. Im Vergleich zur Simulation der Abrechnung mit den neuen Chronikerpauschalen liege der tatsächliche Leistungsbedarf um zehn Prozent niedriger.

Dies liege vor allem an der Bewertung des Chroniker-Zuschlags mit mindestens zwei Arzt-Patienten-Kontakten. Inzwischen sei mit dem GKV-Spitzenverband eine Anpassung auf das ursprünglich von der KBV geforderte Niveau vereinbart worden. Dies wird ab dem 1. Juli wirksam.

Aufgrund dieser Anpassung und unter der Annahme, dass bereits ab dem zweiten Quartal 2014 mehr Gesprächsleistungen abgerechnet werden, seien in allen KVen positive Ergebnisse zu erreichen, prognostizierte Feldmann.

Erfolgloses Gespräch über Einrichtung geriatrischer Institutsambulanzen

Die Pläne für eine zweite Stufe der EBM-Reform haben folgenden Inhalt: Definition des hausärztlichen Versorgungsauftrags im Bundesmantelvertrag, Honorierung delegierter Leistungen auch in nicht unterversorgten Regionen, Finanzierung der Investitionen zur Vorhaltung einer Praxisausstattung sowie die Schaffung einer Konsultationsposition.

Erfolglos geblieben sei ein Spitzengespräch mit dem GKV-Spitzenverband über die Einrichtung geriatrischer Institutsambulanzen (GIA).

Die GKV wolle dazu die Kliniken für die ambulante Behandlung öffnen, offenbar mit der Option, dann die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung zu bereinigen. Qualifizierte Vertragsärzte sollen nach Kassen-Vorstellungen nicht beteiligt werden.

Die von den GIAs veranlassten Leistungen müssen nach Auffassung der KBV als Praxisbesonderheit anerkannt werden - das lehnt die GKV ab. Feldmann rechnet nun mit einer Schiedsamtslösung. (HL)

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