Ärzte Zeitung online, 26.05.2014

Substitution

Scharfe Kritik an neuen Studiengängen

Einige private Hochschulen wollen künftig ärztliche Assistenten ausbilden. Die KBV-Vertreter stellen sich klar dagegen.

DÜSSELDORF. Die Vertreterversammlung der KBV hat sich in scharfer Form gegen die Substitution ärztlicher Leistungen durch nichtärztliche akademische Gesundheitsberufe ausgesprochen.

In einem einstimmig-beschlossenen Antrag fordern die Vertreter in Düsseldorf die Bundesärztekammer sowie die KBV auf, "Rahmenvorgaben für die Ausbildung und den Einsatz nichtärztlichen akademisierten Personals zu schaffen".

Der Antrag soll auch auf dem Ärztetag eingebracht werden. Hintergrund sind neu entstehenden Studiengänge privater Anbieter, die nach acht Semestern Absolventen befähigen sollen, als Assistent ärztliche Tätigkeiten zu übernehmen.

Nach Angaben von KBV-Vize Regina Feldmann soll es bereits acht Absolventen dieser Studiengänge im Südwesten geben. Zu den Ausbildungsinhalten sollen neben der Erstanamnese auch die "Ausarbeitung von Verdachtsdiagnosen" sowie die "Aufstellung von Behandlungsplänen" gehören.

Vertreter sehen Probleme bei Arzthaftung

"Das ist ein Arzt-light. Es beginnt bei der Delegation und endet in der Substitution. Da müssen wir uns klar dagegen stellen", sagte Dr. Stefan Windau, stellvertretender Vorsitzender der Vertreterversammlung, in der Debatte. Ein Vertreter nannte die Studiengänge "eine Beleidigung der hausärztlichen Tätigkeit".

Feldmann ging einen Schritt weiter: "Es besteht die große Gefahr, dass demnächst ein Arzt-light in die Versorgung auf dem Land geschickt werden könnte", sagte sie. Außerdem sehen die KBV-Vertreter erhebliche Probleme bei Fragen der Arzthaftung.

Ausdrückliche Unterstützung fand der Antrag auch beim Präsidenten der Bundesärztekammer, Professor Frank Ulrich Montgomery: "Der Deutsche Ärztetag hat schon mehrfach seine Ablehnung bei Substitution ärztlicher Leistungen deutlich gemacht." (bee)

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