Ärzte Zeitung online, 27.06.2014

Kommentar zur Kammerwahl

Vertane Chance an der Saar

Von Andreas Kindel

Oldie-Truppe an der Saar: Der saarländische Kammer-Präsident Mischo hat es geschafft: Seit seinem Amtsantritt 2010 hat der "Präsident der leisen Töne" die zerstrittenen Ärztevertreter wieder zusammengeführt. Der 60jährige erhielt Komplimente aus allen Richtungen und wurde ohne Gegenstimme wiedergewählt.

Doch was Mischo bei den Funktionären gelungen ist, muss ihm jetzt auch an der Basis glücken. Denn an der Wahl hatten sich sowenig Ärzte wie noch nie beteiligt. Nicht mal jeder Zweite fand die Kammer so wichtig, um wenigstens den Stimmzettel zurückzuschicken. Vor allem die Jüngeren können offenbar mit der Kammer nicht viel anfangen.

Um zu wissen, wo bei den jungen Ärzten der Schuh drückt, muss man mit ihnen aber in Kontakt bleiben. Vorschläge dazu gibt es genug: Das Internet nutzen, statt zu abendlichen Sitzungen einzuladen, die Vertreterversammlungen nicht nur mit Regularien vollstopfen, sondern auch aktuell Wünsche der Basis auf die Tagesordnung setzen.

Und wie wäre es mal, mit einem Jung-Arzt im Vorstand? Für den neuen Vorstand hatte sogar einer kandidiert. Doch den wollten die Vertreter nicht. Mischo hätte ein Zeichen setzen und sich klar für die Wahl des jüngeren Kollegen einsetzen können. Diese Chance hat er vertan.

Lesen Sie dazu auch:
Saarland: Kammerpräsident ohne Gegenkandidat im Amt bestätigt

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Obamacare bleibt!

Blamage für US-Präsident Donald Trump: In letzter Minute zogen die Republikaner die Abstimmung über die geplante Gesundheitsreform zurück. Gerade auch, weil die Zustimmung aus den eigenen Reihen fehlte. mehr »