Ärzte Zeitung App, 13.11.2014

Gesundheitspreis Bayern

Preisverleihung steht auf der Kippe

MÜNCHEN. Mit der Verleihung des Bayrischen Gesundheitspreises haben die KV Bayerns (KVB) und die IKK classic in diesem Jahr zum fünften Mal "Leuchtturm-Projekte" in der ambulanten medizinischen Versorgung im Freistaat ausgezeichnet.

Die von niedergelassenen Ärzten aus den verschiedensten Fachrichtungen und aus allen Regionen eingereichten Projekte seien ein Beleg dafür, dass sich die Kollegen für eine "maßgeschneiderte Patientenversorgung" starkmachen, erklärte der stellvertretende KVB-Vorsitzende Dr. Pedro Schmelz bei der Preisverleihung.

Die Bewerber hätten aus der "erlebten Versorgungsrealität" heraus zukunftsweisende Konzepte entwickelt, so Schmelz.

Gemeinsam über die Zukunft nachdenken

Im Rückblick zeige sich, dass die jährlichen Auszeichnungen von einer bewegten Entwicklung auf politischer Ebene begleitet waren, erinnerte der stellvertretende IKK-Vorsitzende Frank Hippler. Jetzt gelte es, innezuhalten. KVB und IKK classic haben sich nach Hipplers Angaben ein Moratorium verordnet, um gemeinsam über die Zukunft des Bayerischen Gesundheitspreises nachzudenken.

In den vergangenen fünf Jahren wurden von mehr als 200 Bewerbern insgesamt 15 Preisträger ausgezeichnet.

Der mit insgesamt 12.000 Euro dotierte Preis ging in diesem Jahr zu gleichen Teilen an drei Preisträger. In der Kategorie "Zukunft Telemedizin" wurden Dr. Martin Lang, Dr. Otto Laub und Dr. Wolfgang Landendörfer für das Projekt "PädExpert® - das telemedizinische Konsiliarsystem" ausgezeichnet, das Kinder- und Jugendärzte für seltene Erkrankungen mit Spezialisten wie etwa Kinderkardiologen oder Kinderhämatologen vernetzt.

In der Kategorie "Im Alter gut versorgt" wurde Dr. Andreas Lipécz für das Projekt "CardioNet NORIS - Besser Leben mit Herzschwäche" geehrt, das in Nürnberg die sektorenübergreifende Versorgung und Betreuung von Patienten mit Herzinsuffizienz verbessern soll.

In der Kategorie "Lust auf ambulante Versorgung" wurde Dr. Martin Kammerl aus Zwiesel im Bayerischen Wald für sein Projekt "Exzellent! Hervorragende ärztliche Ausbildung im ArberLand" ausgezeichnet. Es will junge Menschen vor, während und nach dem Medizinstudium für eine ärztliche Tätigkeit in der Region gewinnen. (sto)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Bruch mit dem deutschen Verordnungssystem?

Eine Gesetzesänderung ermöglicht Ärzten seit kurzem, Cannabis zulasten der Kassen zu verschreiben. Der Patient bezieht Cannabis aus der Apotheke. Das neue Rechtskonstrukt sehen viele aber als "Systembruch". mehr »