Ärzte Zeitung App, 27.11.2014

Schleswig-Holstein

Verbände und KV bei ASV in einem Boot?

Eine gemeinsame Dienstleistungsgesellschaft könnte das Risiko bei der ASV minimieren.

BAD SEGEBERG. KVen und Berufsverbände im Norden bereiten sich auf ein Wachstum der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) vor. Die KV Schleswig-Holstein kann sich eine gemeinsame Dienstleistungsgesellschaft mit Berufsverbänden vorstellen, die interessierte Ärzte berät, die Marktgestaltung beeinflusst und Leistungen abrechnen könnte.

Diese Idee stellte KV-Vize Dr. Ralph Ennenbach jüngst der Abgeordnetenversammlung in Bad Segeberg vor. Nach Angaben Ennenbachs verfolgt die KV Hamburg eine vergleichbare Idee, so dass auch eine gemeinsame Gesellschaft nicht ausgeschlossen ist.

Die Gesellschaft würde von einer Anschubfinanzierung der KVen und vom Image der Berufsverbände profitieren, meint Ennenbach. Von den Abgeordneten wurde die Idee positiv aufgenommen. Als nächste Schritte sind Gespräche mit regionalen Ärzteverbänden nötig. Auch der Spitzenverband Fachärzte könnte als Partner in Frage kommen.

Bei einem Erfolg könnte die Gesellschaft perspektivischZug um Zug an die Berufsverbände übergehen und die KV ihr investiertes Kapital zurückerhalten.

Hintergrund der Überlegung ist die derzeit schwer einschätzbare künftige Entwicklung der ASV. In Kraft getreten sind derzeit erst zwei ASV-Anwendungsgebiete (Tuberkulose und gastrointestinale Tumore), zwei weitere sind im Stellungnahmeverfahren (Marfansyndrom und gynäkologische Tumore). Ennenbach erwartet, dass jährlich zwei weitere Duos aus jeweils einer seltenen Erkrankung und einer schweren Verlaufsform hinzukommen könnten.

Ob die ASV künftig ein Wachstumsmarkt mit guten Verdienstchancen für niedergelassene Fachärzte wird, ist laut Ennenbach offen. Die noch zu gründende Gesellschaft soll dabei helfen, die niedergelassenen Ärzte im Wettbewerb mit den Kliniken um diese Leistungen zu unterstützen und besser zu positionieren.

Sollte sich das Geschäftsfeld nicht lohnen, läge das finanzielle Risiko bei der KV und nicht bei den eher finanzschwachen Ärzteverbänden. (di)

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