Ärzte Zeitung, 27.11.2014

MFA-Förderung

Feldmann kontert Kritik der Hausärzte

Der Hausärzteverband hat die KBV für die geplante Förderung von nicht-ärztlichen Praxisassistentinnen kritisiert. Jetzt gibt KBV-Vize Feldmann Kontra.

BERLIN. KBV-Vorstandsvize Regina Feldmann weist die Kritik des Hausärzteverbandes an der geplanten Förderung nicht-ärztlicher Praxisassistentinnen (NäPa) zurück. Der Verband hatte kürzlich unter anderem die fehlende Gleichstellung von VERAH und NäPa moniert.

"Ich kann das überhaupt nicht verstehen", kontert Feldmann in einem auf der KBV-Website veröffentlichten Video-Interview.

Hausarztverband und Bundesärztekammer hätten Anfang dieses Jahres eine Anerkennungsvereinbarung für VERAH geschlossen. Daran habe sich nun auch die KBV bei der Formuklierung der Abrechnungsvoraussetzungen für assistierende MFA orientiert - andere Teile der Neuregelungen seien nicht in Stein gemeißelt.

Man stehe jetzt erst am Anfang der flächendeckenden Honorierung nichtärztlicher-Praxisassistentinnen. "Da wird es sicher in diese oder jene Richtung noch Veränderungen geben", so Feldmann.

Verständnis äußerte sie für die Kritik an der geforderten Fallzahl. "860 Fälle ist etwas viel." Man habe zwar versucht, in den Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband auf 750 Fälle zu kommen. Allerdings "war dort kein Einsehen in diese von der DEGAM ja immer benannte Größe einer normalen Versorgerpraxis". (cw)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Kommentar zu MFA-Förderung: Gerangel um Qualifikation

[28.11.2014, 06:55:12]
Dr. Jens Grothues 
Kritik der Hausärzte
Sehr geehrte Frau Feldmann,

ihr Video ist leider wieder einmal ein Beispiel für die eine gelungene Ignoranz der Kritik niedergelassener Kollegen. Ihr Unverständnis für für einzelne Kritikpunkte ist nachvollziehbar, auf grundlegende Kritikpunkte, insbesondere die Vereinigungsregeln für HZV Vollverträge gehen sie mit keinem Wort ein.
Bundesländer mit HZV Vollversorgungsverträge werden massiv benachteiligt. Die Strukturpauschale wird soweit korrigiert, das ihre sogenannten Versorgerpraxis keinerlei Förderung bekommt, nur für delegationsfähige NÄPA Hausbesuche eine Helferin zu beschäftigen, die noch dazu automatisch tarifrechtlich in eine höhere Lohngruppe eingestuft wird, ist in höchsten Maße unwirtschaftlich und geht an der Versorgungsrealität vorbei.
Man hat den Eindruck, das hier erneut eine Umverteilung von Honoraranteilen zugunsten der Bundesländer mit reinen add on Hausarztverträgen stattfindet, bitte korrigieren sie mich, wenn mein Eindruck täuscht.

Als letze Frage noch: was wird aus dem Geld, das durch fehlende Anforderung von den 132 Millionen übrig bleibt ?

Verbleibt das bei den Krankenkassen ? Wird wieder am Ende am 23.12.2015 eine Korrektur der EBM Leistungen erfolgen ? Wird man wieder sagen, es tut uns leid, das haben wir nicht erwarten, das hat uns überrascht, leider war nicht mehr drin ?

Oder ist man bereit, dann auch die politische Konsequenz einzugestehen und aufgrund des desaströsen Ergebnisses zurückzutreten ?

Dr.Grothues, immer noch Landarzt
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