Ärzte Zeitung, 03.12.2014

Bereitschafts-Zentralen

Länger offen, aber nicht teurer

In Rheinland-Pfalz will die KV-Chefin längere Öffnungszeiten, ohne dass Mehrkosten entstehen.

MAINZ. Eine flächendeckende, ganzwöchige Öffnung der Bereitschaftsdienstzentralen strebt die KV Rheinland-Pfalz an. Ziel ist es, diese Regelung kostenneutral umzusetzen. Wie das gelingen könnte, rechnete KV-Chefin Dr. Sigrid Ultes-Kaiser bei der letzten Vertreterversammlung vor.

Nach derzeitigem Stand würde die tägliche Öffnung der Bereitschaftsdienstzentralen Mehrkosten von 2,7 Millionen Euro pro Jahr verursachen. Ultes-Kaiser sieht aber die Möglichkeit, durch Schließung von Zentralen, durch Fusionen sowie durch Kooperationen mit Krankenhäusern das Vorhaben ohne Mehrkosten umzusetzen.

Allein durch Schließungen und Fusionen könnten durch bis zu zwei Millionen Euro eingespart werden. Dabei solle darauf geachtet werden, dass die zurückzulegenden Distanzen verträglich blieben. Die Zahl der Ärzte in den Dienstbereichen würde steigen.

Weitere 750.000 Euro könnten nach den Worten der KV-Chefin durch die Zusammenlegung von mehreren Bereitschaftsdienstzentralen (BDZ) zu einer Haupt-BDZ mit Nebenstellen eingespart werden.

Einsparpotenzial von 500 000 Euro hat Ultes-Kaiser durch Kooperationen mit Krankenhäusern, der Zentralen untereinander sowie durch verstärktes Controlling bei Dienstbesetzungen, Ausgabenstrukturen und der Abrechnung ausgemacht. Umgesetzt werden soll das Konzept bis Ende 2015.

Von den Vertretern erhielt Ultes-Kaiser Rückendeckung. "Wir wären froh über den Ausbau der Öffnungszeiten, damit wir nicht dauernd montags, dienstags und donnerstags rausmüssen", sagte die Hausärztin Dr. Gabriele Müller de Cornejo, die an der Mosel praktiziert und sich den Bereitschaftsdienst mit wenigen Kollegen aufteilen muss.

Seit dem 1. Oktober 2014 befinden sich alle Bereitschaftsdienstzentralen in Rheinland-Pfalz in der Trägerschaft der KV. Um diese Neuorganisation hatte es jahrelang Auseinandersetzungen auch in der VV gegeben.Von den Fusionen und Schließungen wäre laut Ultes-Kaiser keine der neu eingerichteten Zentralen betroffen.

Für die fernere Zukunft strebt die KV auch ein flächendeckendes Konzept für den kinderärztlichen Bereitschaftsdienst. Zudem sollen Strukturen im Bereitschaftsdienst vereinheitlicht werden, zum Beispiel die Einführung von Qualitätsmanagement und ein einheitliches Praxismanagementsystem. (chb)

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