Ärzte Zeitung, 14.01.2015

Baden-Württemberg

Mehr Geld für Vertragsärzte

Vertragsärzte im Südwesten bekommen in diesem Jahr 3,5 Prozent mehr Honorar. Ausbudgetierte Leistungen bleiben stabil. Darauf haben sich KV-Führung und Kassen geeinigt.

STUTTGART. Die morbiditätsorientierte Gesamtvergütung der Vertragsärzte in Baden-Württemberg steigt 2015 um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieses Ergebnis der Verhandlungen mit den Kassen hat die KV-Führung Ende vergangenen Jahres verkündet.

 Die KV-Vorstände Dr. Norbert Metke und Dr. Johannes Fechner sprachen von einem "guten Ergebnis".

Hemmschuh seien Vorgaben des Bundes gewesen, etwa bei den Vorgaben für die Versorgungsassistentin VERAH in Hausarztpraxen.

"Kompensiert" werde dieser Nachteil aber durch die 100-prozentige Auszahlungsquote und die Aufhebung "jedweder Mengen- und Fallzahlbegrenzung", so die KV.

Beim Notdienst steige die Förderung durch die Kassen auf zwölf Millionen Euro im Jahr, im Vorjahr waren es neun Millionen Euro.

Als Erfolg herausgestellt wurde insbesondere, dass sämtliche extrabudgetäre Leistungen und Zusatzverträge erhalten worden seien.

Kostensteigerung bei ambulanten Op

Komponenten der Honoraranpassung

Plus 1,4 Prozent beim Orientierungswert. Der regionale Punktwert beträgt 10,2718 Cent.

Plus 0,8 Prozent durch die Anpassung des EBM zur Förderung von Leistungen und Strukturen in der haus- und fachärztlichen Grundversorgung.

Plus 0,2904 Prozent durch die Veränderungsrate, die die Entwicklung der Demografie und der Morbidität widerspiegeln soll.

Gerungen haben Kassen und KV über die weitere Ausbudgetierung des ambulanten Operierens (Kapitel 31 EBM ff.). Hintergrund waren die deutlichen Kostensteigerungen in der Vergangenheit.

Für 2015 bleibt die Förderung der K1-Zuschläge bestehen, 2016 wird sie auf die Venenchirurgie beschränkt, teilt die KV mit.

Auch die K2-Förderung wird bis Ende 2016 erhalten - es sei denn, eine EBM-Reform tritt zuvor in Kraft.

Für alle übrigen Leistungen aus Kapitel 31 gilt ein Auszahlungspunktwert von 10,2718 Cent. Diesen Verhandlungskompromiss bezeichnet die KV als "akzeptierbares Ergebnis".

Beibehalten werden in Baden-Württemberg unter anderem folgende Förderungen: Zuschläge auf den Punktwert gibt es für das Mammografie-Screening (1,2378 Cent), Leistungen der Drogensubstitution (1,6970 Cent), belegärztliche Leistungen (1,5250 Cent), für den hausärztlich-geriatrischen Betreuungskomplex (vier Euro) oder für den Besuch in Alten- und Pflegeheimen durch Haus- und Fachärzte (12,50 Euro pro Fall).

Zum Vergleich: 2014 konnte die KV Honorarsteigerungen in Höhe von rund 130 Millionen Euro erreichen.

Je nachdem, ob man damals die Fortsetzung der bisherigen Förderungen einberechnete oder nicht, lag das Honorarplus bei 3,8 Prozent (so die Kassen) oder 4,8 Prozent (so die KV). (fst)

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