Ärzte Zeitung, 10.02.2015

KBV-Kampagne

Ärzte-Protest per Anzeige zeigt Wirkung

Eine von der KBV in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" geschaltete Anzeige, die das Versorgungsstärkungsgesetz kritisiert, sorgt für Wirbel. Der Gesundheitsminister ist "not amused".

BERLIN. Eine von der KBV in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" geschaltete Anzeige sorgt für Wirbel.

Der Text "Wenn Nähe zum Fremdwort wird..., ist das Versorgungsstärkungsgesetz daran schuld," hat Vertreter der Koalition erzürnt. Der Entwurf des Gesetzes wird derzeit im Parlament beraten.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) reagiert gelassen auf die Kritik des Gesundheitsministers.

Die Aktionen, mit denen die Vertragsärzte auf vom Entwurf des Versorgungsstärkungsgesetz ausgehende Gefahren für die ärztliche Versorgung der Bevölkerung aufmerksam machen wollten, würde auch im März und April noch fortgesetzt, sagte KBV-Sprecher Dr. Roland Stahl am Montag der "Ärzte Zeitung".

"Damit schwingen wir nicht den Hammer, das ist nicht aggressiv", sagte Stahl.

Vielmehr sei dies eine sanfte Argumentationsform, um den berechtigten Protest der Ärzte zum Ausdruck zu bringen.

Hermann Gröhe (CDU) hatte die am Wochenende von der KBV in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" geschaltete Anzeige zum geplanten Gesetz heftig kritisiert.

Die KBV arbeite bewusst mit Fehlinformationen und lasse es an Sachlichkeit fehlen, monierte Gröhe. Auch die SPD zeigte wenig Verständnis für die KBV-Aktion.

Das sei „Desinformationspolitik“, sagte die SPD-Gesundheitspolitikerin Hilde Mattheis zur „Ärzte Zeitung“.

Die aktuelle Aktion sei eingebettet in die bis 2017 angesetzte Kampagne "Wir arbeiten für Ihr Leben gern", betonte Stahl.

Zusätzlich sollen demnächst Fahrzeuge mit entsprechenden Plakatmotiven ins Regierungsviertel geschickt werden. Die seit 2013 laufende Kampagne verfügt über einen Etat von 15 Millionen Euro. (af)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »