Ärzte Zeitung online, 22.04.2015

Fachärzte kritisieren

BÄK ist zu lax

Die Fachärzte schießen gegen die Bundesärztekammer. Sie kritisieren: BÄK-Boss Montgomery habe in der Diskussion um einen Direktzugang der Patienten zu Physiotherapeuten sein völliges Unverständnis für die Qualität fachärztlicher Versorgung gezeigt.

BERLIN. Scharfe Kritik an einer zu laxen Vertretung ärztlicher Interessen durch die Bundesärztekammer und ihren Präsidenten Professor Frank Ulrich Montgomery hat der Spitzenverband der Fachärzte (SpiFa) geübt.

Anlass ist ein Positionspapier der CDU/CSU-Fraktion zum direkten Zugang zu nichtärztlichen Gesundheitsberufen zu Lasten der GKV. Verfasser dieses Papiers ist ein Physiotherapeut.

Die Reaktion Montgomerys darauf sei "völlig unzureichend" gewesen. Dessen Statement, mit der Bewegungstherapie kenne sich der Physiotherapeut besser als ein Arzt aus, habe nicht nur Orthopäden erbost. Montgomery zeige damit "völliges Unverständnis für die Qualität fachärztlicher Versorgung".

Ein weiterer Anlass ist der Versuch der Bundespsychotherapeutenkammer, die GOÄ für ihre Klientel zu vereinnahmen, nach Auffassung des SpiFa mit "stillem Einverständnis der BÄK".

Die Psychotherapeutenkammer solle vielmehr bei Bedarf eine eigene Gebührenordnung mit Privatversicherern und Politik aushandeln. Hier dürfe die BÄK nicht zum Steigbügelhalter werden.

Es sei deren Pflicht, Begehrlichkeiten nichtärztlicher Gesundheitsberufe "entschieden entgegenzutreten, diese im Keim zu ersticken und zu verhindern", so SpiFa-Geschäftsführer Lars Lindemann. (HL)

[22.04.2015, 16:12:05]
Dr. Frank Fleischmann 
freier Zugang für Physiotherapeuten ohne ärztl. Rezept
Das ist eine Forderung die mir unverständlich schein. Jahrzehnte lang hat man uns Ärzten verboten, nebenher einen Physiotherapeuten zu beschäftigen oder eine Physiotherapeutische Praxis zu gründen. Dies war von den Ärzten zur schnelleren und effektiveren Behandlung gedacht. Dies wurde aber von den Krankenkassen und der Politik abgelehnt, mit der Begründung, damit wirtschaftet der Arzt in die eigene Tasche. Da er selbst bestimmt welche und wie viele Verordnungen er ausstellt. Er sollte somit die Kontrollinstanz für die Kassen bleiben und nur verordnen (mit der Gefahr eines möglichem Regress, für den er haftet) und Kontrollieren dürfen. Nun plötzlich ist das anders. Physiotherapeuten machen dies nicht? Sie sind also bessere Menschen! Ihnen wird nicht wie den Ärzten im Vorfeld unterstellt, in die eigene Tasche zu wirtschaften. Für mich stellt sich das eher so dar als sollte die konservative Therapie nicht ärztlich werden und der Facharzt zurück ins Krankenhaus zum operieren. Na so ist eben Politik. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »