Ärzte Zeitung, 29.05.2015

Nachruf

Jürgen Bösche gestorben

BERLIN. Dr. jur. Jürgen W. Bösche, langjähriger Justiziar der Bundesärztekammer und KBV, ist am 19. Mai nach schwerer Krankheit im Alter von 87 Jahren in Berlin gestorben.

Bösche, der 1956 zur gemeinsamen Rechtsabteilung der beiden Spitzenorganisationen der deutschen Ärzteschaft kam, prägte über mehrere Jahrzehnte die rechtspolitischen Inhalte von BÄK und KBV: intellektuell brillant, in hohem Maße selbstbewusst, und dies auch in seiner Haltung gegenüber den ärztlichen Funktionären. Seit 1972 war er Leiter der gemeinsamen Rechtsabteilung.

Nicht selten war Bösche im Hintergrund die letzte Instanz. Und ein Bindeglied zwischen den beiden mitunter rivalisierenden Spitzenorganisationen der Ärzteschaft.

Legendär war so mancher Auftritt auf Ärztetagen oder KBV-Vertreterversammlungen, mit denen Bösche den Delegierten klar machte, dass sie keine Parlamentarier seien und es dem Ärztetag mangels Gesetzgebungskompetenz an wesentlichen Parlamentsqualitäten ermangele.

Politisch umstritten war das Bestreben des Chefjustiziars, nach der deutschen Wiedervereinigung die 1945 erfolgte Enteignung der NS-Führungsschule Alt-Rehse rückgängig zu machen. 2003 verzichteten die Ärzte auf eine Restitution. (HL)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »