Ärzte Zeitung, 01.06.2015

KVWL fordert

KBV komplett umkrempeln!

Die Spitze der KV Westfalen-Lippe fordert einen kompletten Neustart in der KBV. Mit neuen Köpfen im Vorstand sei es nicht getan, heißt es bei der Vertreterversammlung.

DORTMUND. Die aktuellen Vorgänge bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) haben einen wichtigen Nebeneffekt: Sie stärken die Rolle der Länder-KVen.

Davon geht der 2. Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), Dr. Gerhard Nordmann, aus.

Anders als die KBV fänden die KVen bei der Politik noch Gehör, sagte er bei der KVWL-Vertreterversammlung in Dortmund. "Wenn wir in Berlin unterwegs sind, dann bekommen wir immer zu hören: Die KBV ist für uns kein Gesprächspartner mehr."

Die großen Regional-KVen seien deshalb angetreten, ein politisches Vakuum zu füllen. Sie wollten nicht nur in der KBV wieder für geordnete Verhältnisse sorgen.

"Wir sehen darüber hinaus die Notwendigkeit, die Interessen unserer Mitglieder noch intensiver als bislang direkt mit dem Bundesgesundheitsministerium und den Abgeordneten des Bundestags zu kommunizieren", sagte Nordmann.

Sie wollten den beiden KBV-Vorständen deutlich machen, dass ihre Stunde gekommen sei und sie sich verabschieden müssten.

Neustart gefordert

Die Spitze der KVWL fordert einen kompletten Neustart in der KBV. Mit neuen Köpfen im Vorstand allein sei es nicht getan, sagte der KVWL-Vorsitzende Dr. Wolfgang-Axel Dryden. "Das System Köhler muss bis hin zur Geschäftsordnung renoviert werden."

Dr. Andreas Gassen, dem Nachfolger des ehemaligen KBV-Chefs Dr. Andreas Köhler, warf Dryden vor, den Interessen der Körperschaft und ihrer Mitglieder geschadet zu haben.

Mit seinem nicht abgestimmten Vorstoß bei der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) und der ungeklärten Rolle beim Spitzenverband der Fachärzte (SpiFa) habe Gassen ein Eigenspiel gespielt und die Regeln der Selbstverwaltung missachtet, kritisierte Dryden.

Solange er an der Spitze des SpiFa stand, hätte Gassen wissen müssen, was dort läuft. Sonst ähnele sein Verhalten dem von Sepp Blatter, dem umstrittenen Vorsitzenden des Fußballverband FIFA.

"Wenn der Vorsitzende eines Verbands mit Nicht-Wissen Genehmigungen ausspricht, dann haben wir nicht den Kollegen Andreas Gassen, dann haben wir Sepp Gasser", polemisierte Dryden.

Auch der Vorsitzende der KVWL-VV Dr. Volker Schrage kritisierte seine Kollegen in der KBV. Die Vorsitzenden der KBV-VV hätten ihre Position missbraucht, um Politik zu machen, so Schrage.

"Wir brauchen keine politischen Gegner, wir haben sie in den eigenen Reihen", charakterisierte er die Lage bei der KBV.

Die KVWL-Delegierten verabschiedeten einstimmig bei zwei Enthaltungen eine Resolution, mit der sie Gassen auffordern, sein Amt als KBV-Vorsitzender unverzüglich zur Verfügung zu stellen. (iss)

[02.06.2015, 21:04:33]
Dr. Wolfgang Bensch 
Begründungsreiche Replik "Achtung Elche!"?
Geehrter Herr Schaetzler, wo ist denn nun der Irrtum oder die "Irre" in meinem Beitrag? Wäre sehr verdienstvoll, wenn Sie diesen für Sie anscheinend "klaren" Tatbestand für alle Mitlesenden verständlich erläutern würden. Vielleicht gelingt Ihnen das auch noch ohne Anleihe aus der Welt der Tiere ...
MfG
WB zum Beitrag »
[02.06.2015, 10:21:39]
Dr. Henning Fischer 
ad Kollege Thomas Georg Schätzler

"Ein Paar echte Salon-Revoluzzer?"

Sie sind nun bei mir auf der blacklist.
Adieu

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[02.06.2015, 10:02:23]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Ein Paar echte Salon-Revoluzzer?
ad Kollege Wolfgang Bensch:
Gerade wenn man sich in Fundamentalopposition gegen Alles und Jeden üben möchte, muss man wenigstens korrekt lesen, verstehen, kommentieren und zitieren können bzw. darf die Leser/-innen der Ärzte Zeitung (ÄZ) nicht in die Irre führen. Im Deutschen Ärzteblatt (DÄ) heißt es wörtlich: "POLITIK
Honorarverteilung: Konvergenz vor Petitionsausschuss - Dtsch Arztebl 2012; 109(11): A-511 / B-443 / C-439 - (Autor) Schlitt, Reinhold:
Mit ihren Unterschriften haben 170 000 Bürger eine Petition acht Kassenärztlicher Vereinigungen (KVen) vor den Petitionsausschuss gebracht. Ziel ist es, die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung je Versicherten bundesweit anzugleichen..."

ad Kollege Henning Fischer:
Sie müssten so gut wie ich wissen, dass mein ÄZ-Kommentar vom 28.11.2014 http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/bedarfsplanung/article/874316/patientenbeauftragter-fordert-gleicher-lohn-alle-hausaerzte.html?sh=2&h=831948797#comment
mit dem ÄZ-Intro "Gleicher Lohn für alle Hausärzte - Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, will die Tätigkeit des Hausarztes aufwerten. Er drängt darauf, die unterschiedlichen Vergütungen in den KVen zu bereinigen..." von ÄZ-Autorin Susanne Werner sich auf eine gemeinsame, parteiübergreifende Initiative der CDU, des Kollege Dryden und der GRÜNEN-Landes-Gesundheitsministerin Barbara Steffens bezieht.

Da werden sich ÄZ-Leserinnen und ÄZ-Leser ihr eigenes Urteil bilden.
Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[02.06.2015, 00:00:06]
Dr. Wolfgang Bensch 
Schätze, dass Herr Schätzler beim "Konvergenz-Gipfel" nach erfolgreicher Petition
des Petenten Dryden mit politischem Rückenwind aus NRW bei der grossen Anhörung im Petitionsausschuss in Berlin erfolgreich agiert hätte - ganz im Gegensatz zum KV-Vorsitzenden, der natürlich als "Privatmann" die Petition betrieb.
http://www.aerzteblatt.de/archiv/123846/Honorarverteilung-Konvergenz-vor-Petitionsausschuss
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[01.06.2015, 17:21:28]
Dr. Henning Fischer 
ja, ja Herr Schätzler

die Politik hört auf die KVWL.

Können Sie Beispiele nennen?

Scheint mir eher ein Wunschtraum zu sein.


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[01.06.2015, 16:11:19]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Sind etwa die schärfsten Kritiker der Elche selber welche?
Da fordert die Spitze meiner KV Westfalen-Lippe einen kompletten Neustart in der KBV!
Explizit "mit neuen Köpfen im Vorstand" hieß es auf der KVWL- Vertreterversammlung. Selbst der 2. Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), Dr. med. Gerhard Nordmann, sieht die aktuellen Vorgänge bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) kontraproduktiv.

Und der 1. KVWL-Vorsitzende Dr. Wolfgang-Axel Dryden fordert wortwörtlich sehr zum Verdruss von Dr. med. Andreas Gassen, als Orthopäde Nachfolger des ehemaligen KBV-Chefs Dr. med. Andreas Köhler: "Das System Köhler muss bis hin zur Geschäftsordnung renoviert werden." Bei der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) und beim Spitzenverband der Fachärzte (SpiFa) seien die Regeln der Selbstverwaltung missachtet worden, so der begründete Vorwurf des Kollegen Dryden.

Doch dann treten ausgerechnet die schärfsten Kritiker des KV-/KBV-Systems, die Kollegen Dr. med. Wolfgang Bensch und Dr. med. Henning Fischer auf den Plan, die sich für keine begründungsarme Polemik und keinen manchmal inhaltsleeren Zynismus zu schade sind, und agitieren mit vollen Breitseiten g e g e n Nordmann und Dryden?

Da kann man nur wie der viel zu früh verstorbene Karikaturist F. K. Waechter sagen: "Die schärfsten Kritiker der Elche sind oft selber welche!“

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

PS: Die Quellenangabe http://www.aerzteblatt.de/forum/113625/entry113625 ist Unfug. http://www.aerzteblatt.de/forum/113625/ bezieht sich auf die Honorarsituation in der KV-Nordrhein. Der Leserkommentar dazu, der über berechtigte Konvergenz-Forderungen u. a. von Dryden schwadroniert, stammt von einem gewissen "isnydoc", 1. Juli 2014 um 22:22, n i c h t von Dryden, und ist eindeutig "para" gelaufen.



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[01.06.2015, 11:53:06]
Dr. Wolfgang Bensch 
Liebling, mir träumte ... wir schmeissen den Krempel hin ...
Dryden ist ja ein bekannter bzw. bekennender Träumer:
siehe hier ein Leserbrief an das DÄB
http://www.aerzteblatt.de/forum/113625/entry113625
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[01.06.2015, 10:24:31]
Dr. Henning Fischer 
Nordmann: Anders als die KBV fänden die KVen bei der Politik noch Gehör, sagte er bei der KVWL-Vertreterversammlung in Dortmund

und wovon träumt er nachts?

KV = Hampelmann der Politik
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