Ärzte Zeitung, 28.07.2015

GOÄ-Reform

Fachärzte und PVS befürchten Verzögerungen

Ärzte und Verrechnungsstellen werfen der SPD bei der GOÄ-Reform eine Blockadehaltung vor.

BERLIN. Scheitert die GOÄ-Novelle am Widerstand der SPD-geführten Länder? Entsprechende Befürchtungen hegen zumindest der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) sowie der Verband Privatärztlicher Verrechnungsstellen (PVS).

Die GOÄ-Reform scheine auf der Prioritätenliste von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) trotz gegenteiliger Beteuerungen nicht ganz oben zu stehen, so SpiFa und PVS in einer gemeinsamen Mitteilung.

Dabei sei eine GOÄ-Novelle dringend geboten, weil die im Wesentlichen aus dem Jahr 1982 stammende Gebührenordnung schon lange zu permanenten Auslegungsschwierigkeiten zwischen Kostenerstattern und Leistungserbringern führe.

Nicht selten seien sogar Rechtsstreitigkeiten die Folge. Dies gehe vor allem auf die vielen, oft verwirrenden Bestimmungen und die bis heute nicht erfolgte Eingliederung gerechtfertigter Analogziffern in das Leistungsverzeichnis zurück.

Der medizinische Fortschritt würde so nur mangelhaft im Gebührenverzeichnis berücksichtigt. Im Hinblick auf die Interessen von etwa 8,8 Millionen vollversicherten und 24 Millionen zusatzversicherten Bürgern sei das für SpiFa und PVS ein unhaltbarer Zustand.

Ärzteschaft und Private Krankenversicherer seien ihrer Verantwortung gerecht geworden und hätten in den vergangenen zwei Jahren erhebliche Vorarbeiten geleistet. Dabei seien sie auf ihren Seiten bis an die Grenze des Zumutbaren gegangen, um das Ziel ein er modernen Gebührenordnung nicht zu gefährden.

Jetzt, wo der Entwurf fast fertig auf dem Tisch liege, "darf sie nicht an durchschaubaren ideologischen Schachzügen zugunsten einer Vereinheitlichung der Systeme scheitern", heißt es wörtlich in der Erklärung. (eb)

[28.07.2015, 19:06:29]
Dr. Robert Künzel 
An den ideologischen Schachzügen WIRD und MUSS es aber scheitern
Vor gar nicht so langer Zeit standen die Heilpraktiker vor dem gleichen Problem: Viele HP waren (ob zu recht oder unrecht, darüber lässt sich trefflich streiten) mit Ihrer GebüH 1985 und den darin enthaltenen Gebührensätzen nicht mehr zufrieden und forderten von Ihren Berufsverbänden, in Berlin auf Anpassungen zu drängen. Obwohl seit Jahren von Regierungen der verschiedensten Couleur protegiert und verhätschelt, gelang es den Verbandsvertretern nicht (Beihilfe !!), eine ordentliche GebüH durchzusetzen. Man empfahl daher den HP, lieber mit den Vorzügen der alten GebüH zu leben und KEIN Risiko einzugehen, denn auch hier jammern und stöhnen die Kostenträger über steigende Kosten. Es drohte wachsender staatlicher Einfluss, den die klugen HP-Funktionäre jedoch witterten und lieber auf eine neue GebüH verzichteten. Ich finde, daran sollte man sich ruhig ein Beispiel nehmen nach dem Motto: Der Spatz in der Hand..... Ein Appendix zur GOÄ 1996 zur jährlichen Anpassung der Gebührenhöhe an die Inflation reicht m.E. völlig, ähnlich einem Indexmietvertrag. Einzig der fehlende Inflationsausgleich seit 1996 sollte angemessen berücksichtigt werden durch einen entsprechenden einmaligen Aufschlag auf alle Ziffern gleichermassen. Alles Andere, was ich bisher über die geplanten Veränderungen gehört habe, wird m.E. ins Chaos führen, Frontlinien zwischen Haus- und Fachärzten eröffnen (Stichwort Verah-Zuschläge) und letztlich in die politisch wohl gewollte Einheitsgebührenordnung münden. Noch ist es nicht zu spät ! Wacht endlich auf und begreift, daß die Milliarden unwiederbringlich in anderen Taschen verschwunden sind. Für Ärzte gibt es nichts mehr zu verteilen. P.S. Eure Kinder solltet ihr selbst in euren Praxen ausbilden und Ihnen das Rüstzeug geben, was sie tatsächlich brauchen. Mit 25 können sie dann die Heilpraktikerprüfung machen und die Praxis auf diesem Wege genauso irgendwann mal übernehmen. Und zwar als echte FREIberufler mit einer GebüH, die Ihnen echte unternehmerische Freiheiten lässt. zum Beitrag »

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