Ärzte Zeitung, 20.11.2015

Überweisung in Nordrhein

"B" heißt künftig "Kann warten"

DÜSSELDORF. Bei der Vorbereitung der Termin-Servicestellen setzt die KV Nordrhein (KVNo) auf eine Übergangslösung bei der Feststellung dringlicher Termine. Bis die von der KBV entwickelte Software zur Verfügung steht, sollen die Hausärzte die Überweisungen durch ein "A" oder ein "B" im Auftrags-Feld kennzeichnen.

Der Aufdruck eines "A" in dem Feld bedeute, dass die Überweisung dringlich ist, erläuterte KV-Vorstand Bernhard Brautmeier bei der Vertreterversammlung. "B heißt, dass der Patient auch länger als vier Wochen warten kann."

Die KVNo wolle eine gesetzeskonforme Umsetzung der Terminservice-Stellen gewährleisten, sagte Brautmeier. "Andernfalls ist eine weitere Öffnung der Krankenhäuser durch die Politik zu erwarten."

Die KVNo wolle vermeiden, dass eine Vermittlung der Patienten ans Krankenhaus erfolgen müsse, weil Fachärzte keine Termine anbieten könnten. "Die Honorare, die wir dann bezahlen, gehen voll zulasten der Fachärzte", betonte er.

Es sei klar, dass die Auseinandersetzung über die Dringlichkeit von Terminen in den Hausarztpraxen stattfinden wird. Diese Probleme sollen nach Angaben von Brautmeier so weit wie möglich reduziert werden. Dazu könne die Kennzeichnung durch die Buchstaben "A" und "B" beitragen, bis die Software-Lösung zur Verfügung steht.

Das werde im ersten Quartal 2016 noch nicht der Fall sein.Brautmeier räumte ein, dass sich bei Patienten schnell herumsprechen wird, wofür die Kennzeichnung steht. "Diskussion mit den Patienten werden wir Ihnen nicht ersparen können", sagte er an die Adresse der Hausärzte. (iss)

[22.11.2015, 22:49:05]
Michael De Giacomo 
Buchstaben werden das Problem nicht lösen
Sondern nur ein kollegiales Miteinander. Letztendlich bleibt nur der Disput mit dem Patienten, wenn sich dieser für "dringlich" hält. In der Praxis ist es heute schon so, dass dringende Fälle zeitnah bei den Niedergelassenen bzw im Notfall in der Klinik diagnostiziert und therapiert werden. Oft genügt hierfür ein Telefonat bei dem entsprechenden Kollegen. Man kann die Reaktion des Patienten schon vorhersagen falls dieser dann ein "B" auf seinem Überweisungsschein stehen hat. zum Beitrag »

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