Ärzte Zeitung, 25.11.2015

KV Bayerns

Osterfeiertage beeinflussen HVM-Reform

Die Vertreterversammlung der KV Bayerns hat eine neue Regelung beschlossen, um Fallzahl-Nachteile auszugleichen.

MÜNCHEN. Der Honorarverteilungsmaßstab (HVM) 2016 der KV Bayerns (KVB) berücksichtigt ab dem kommenden Jahr auch den Lunisolarkalender.

Der Hintergrund: Ostern fällt bei uns immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsmond - und der bestimmt sich nach dem Lunisolarkalender.

Das hat zur Folge, dass sich die Osterfeiertage jedes Jahr unterschiedlich auf das erste und das zweite Quartal verteilen. Und dementsprechend schwanken auch die Fallzahlen von Jahr zu Jahr, erläuterte KVB-Vize Dr. Pedro Schmelz bei der Vertreterversammlung.

Das kann für Praxen dann zu einem Problem werden, wenn es im Vorjahresquartal deutlich mehr Ferientage gab und die Praxis genau deshalb im aktuellen Quartal von einer Fallzahlbegrenzung betroffen ist, so Schmelz.

Deshalb soll den betroffenen Praxen unter bestimmten Bedingungen künftig zusätzlich zu der dreiprozentigen Fallzahlsteigerung eine weitere Fallzahlsteigerung zugestanden werden.

Im zweiten Quartal 2016 sind das 4,5 Prozent für die Fachgruppe und 6,1 Prozent je Arzt. Im ersten Quartal 2017 wird eine Fallzahlsteigerung von 4,4 Prozent je Fachgruppe und 5,8 Prozent je Arzt zugestanden.

Aufschlag für Netzärzte

Der neue HVM, der ab 1. Januar 2016 gilt, behält die bisherige Systematik aus Fachgruppentöpfen, Leistungstöpfen, der Obergrenze aus RLV und QZV mit den kalkulatorischen Jahresfallwerten und den aktuellen Fallwerten bei, betonte Schmelz. Zugleich seien jedoch Anpassungen aufgrund des Versorgungsstärkungsgesetzes (VSG) erforderlich.

So können Fachärzte, die durch die Terminservicestellen zusätzliche Termine übernehmen, eine Ausnahme von der Fallzahlzuwachsbegrenzung beantragen.

Zudem müssen Leistungen von Krankenhäusern, die über die Terminservicestellen in Anspruch genommen werden, im HVM berücksichtigt werden.

Für Praxisnetze müssen nach dem Gesetz verbindliche Vergütungsregelungen in den HVM aufgenommen werden.

In Bayern bekommt daher künftig jeder Arzt, der in einem oder mehreren Netzen tätig ist, einen Aufschlag auf die Obergrenze in Höhe von 125 Euro. Dafür stehen maximal 250.000 Euro pro Quartal oder eine Million Euro im Jahr zur Verfügung, erklärte Schmelz.

Derzeit gibt es in Bayern vier anerkannte Praxisnetze. Sollte sich die Zahl der Netzteilnehmer insgesamt stark erhöhen, kann der Betrag quotiert werden. Eine Reihe weiterer Anpassungen des HVM ergeben sich aus EBM-Änderungen. (sto)

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