Ärzte Zeitung, 12.01.2016

Hessen

KV kritisiert Klinikreform scharf

FRANKFURT/MAIN. Anstatt den Grundsatz "ambulant vor stationär" zu stärken, öffne das Krankenhausstrukturgesetz die Kliniken weiter für die ambulante Versorgung. Das hat Frank Dastych, Chef der KV Hessen, am Dienstag scharf kritisiert.

Auch versäume das zu Jahresbeginn in Kraft getretene Gesetz, Patienten durch die vorhandenen Strukturen zu steuern, ergänzte Stellvertreter Dr. Günter Haas.

Mehr als ein Drittel der Notfallleistungen der Kliniken erfolgte zu einer Tageszeit, zu der die Praxen geöffnet seien.

Die im Gesetz vorgesehenen Portalpraxen lehne die KV daher nicht per se ab, machte Dastych deutlich; nach der Reform des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Hessen seien heute bereits 54 der 58 vorhandenen ÄBD-Zentralen an Krankenhäusern oder in deren unmittelbaren Nachbarschaft angesiedelt.

Kliniken müssten jedoch die gesetzten "Spielregeln" einhalten, forderte Dastych.

Unrentable und "für die Versorgung irrelevante" Häuser sollten geschlossen werden, forderte der KV-Chef weiter. Stattdessen würden sie "nun mit erheblichen Finanzmitteln aus den Honorartöpfen der niedergelassenen Ärzte künstlich am Leben erhalten". (jk)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »