Ärzte Zeitung, 13.01.2016

Kommentar zur KV-eigenen Praxis

Auftrag anpassen

Von Luise Poschmann

Mit der Einrichtung einer eigenen Praxis in Mügeln hat die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen ein Sorgenkind weniger. Doch die Baustellen in der hausärztlichen Versorgung auf dem Land bleiben groß.

Die jungen Ärzte scheinen zwei Dinge zu scheuen: Das Risiko der Selbstständigkeit und die ländliche Abgeschiedenheit. Außerdem sorgen sich viele um die Lebensqualität und Work-Life-Balance. Zwölf-Stunden-Tage oder mehr sind für niedergelassene Ärzte auf dem Land, die auch Hausbesuche machen, oft selbstverständlich.

Nun kann man dies als überzogene Sorgen und Ansprüche der jungen Mediziner ansehen - oder sich darauf einlassen und die üblichen Mechanismen im Sicherstellungsauftrag überdenken. Bis die sächsischen Programme zur Gewinnung neuer Landärzte, die sich an Studierende richten, spürbar greifen, dürfte es noch Jahre dauern.

Mindestens zur Überbrückung dieser Zeit sollte sich die Kassenärztliche Vereinigung darauf einstellen, noch mehr Eigenpraxen einrichten zu müssen. Und das vielleicht nicht mehr als "Ultima Ratio", sondern als pragmatische Lösung für ein Problem, das so schnell nicht wieder verschwinden wird.

Lesen Sie dazu auch:
In Mügeln: KV Sachsen eröffnet eigene Praxis

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Hauttest spürt Parkinson auf

Wie können Ärzte zuverlässig Parkinson erkennen? Eine Biopsie könnte die Lösung sein. Forscher haben hier Unterschiede zwischen Kranken und Gesunden aufgespürt. mehr »

Ein Dorf nur für Geflüchtete

Einmal in Deutschland angekommen, müssen viele Flüchtlinge einen neuen, nun geschützten Alltag finden. Das "Michaelisdorf" in Darmstadt hilft Frauen und ihren Kindern dabei - trotz kultureller Hürden. mehr »

Robo-Baby macht Lust auf echte Kinder

Eigentlich sollten schreiende Babysimulator-Puppen Teenager von Schwangerschaften abhalten. Doch das Gegenteil ist der Fall, fanden nun australische Forscher heraus. mehr »