Ärzte Zeitung online, 04.02.2016

Saarland

Drei Prozent mehr Honorar für Vertragsärzte

Die Honorarerhöhung fällt etwas höher aus als 2015. Bei Wegegeldern und Impfhonoraren beträgt das Plus 1,6 Prozent.

SAARBRÜCKEN. Die Honorare der rund 2100 saarländischen Kassenärzte und Psychotherapeuten steigen in diesem Jahr nach KV-Angaben um knapp drei Prozent. Darauf haben sich die KV Saarland und die Krankenkassen verständigt.

Wie der zuständige KV-Bereichsleiter Michael Koldehoff der Vertreterversammlung am Mittwochabend in Saarbrücken berichtete, wird der regionale Punktwert auch im Saarland um 1,6 Prozent auf 10,4361 Cent angehoben. Die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung steigt um knapp 1,4 Prozent.

Damit nehmen die Honorare an der Saar dieses Jahr etwas mehr als 2015 zu. Für das vergangene Jahr war lediglich ein Honorarplus von 2,5 Prozent ausgehandelt worden. Gern hätte die KV auch durchgesetzt, dass ambulante Krankenhausleistungen, die im Zusammenhang mit der neuen Terminservicestelle erbracht werden, extrabudgetär bezahlt werden.

"Denn das ist grundsätzlich möglich", erläuterte Bereichsleiter Koldehoff. "Das haben die Krankenkassen aber mit dem Verweis darauf abgelehnt, dass diese Leistungen dem Sicherstellungsauftrag unterliegen".

Vereinbart wurde außerdem, dass die KV wie bisher für förderungswürdige Leistungen pro Quartal 613.000 Euro erhält. Darüber hinaus werden 2016 die Wegegelder und die Impfhonorare um 1,6 Prozent angehoben.

An der Bezahlung der Impfleistungen gab es Kritik aus der Vertreterversammlung. "Diese schlechte Bezahlung fördert in keiner Weise, Impflücken zu schließen", klagte die Merziger Kinderärztin Dr. Sigrid Bitsch.

Sie verwies darauf, dass gerade bei den Flüchtlingen der Impfschutz in vielen Fällen ergänzt werden müsse. "Das ist sehr zeitaufwändig", meinte Bitsch. "Diese Mühe wird sich bei diesen Preisen bald keiner mehr machen".

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Rückschlag für die Alzheimer-Forschung

Auf ihm lag die Hoffnung der Alzheimer-Forschung: Leuko-Methylthioniumchlorid, ein Wirkstoff gegen das Tau-Protein. Nun scheint sich die Hoffnung zu verflüchtigen. mehr »

Krankenhäuser nach Erdbeben evakuiert

Nach dem schweren Beben in Italien mit mindestens 37 Toten sind mehrere Krankenhäuser in der Region geräumt worden. Helfer berichten von meterhohen Trümmerbergen. mehr »

Das fordern die Spitzenverbände

Die frühe Nutzenbewertung soll reformiert werden. Wir stellen die Positionen von KBV, GKV-Spitzenverband und der forschenden Industrie vor. mehr »