Ärzte Zeitung, 09.03.2016

Vernetzung

Medi-Projekt integriert Medikationsplan

HEILBRONN. Beim Vernetzungsprojekt in Heilbronn hat Medi ein Jahr nach dem Start Zwischenbilanz gezogen. Inzwischen nehmen dort 107 Ärzte und 7413 Versicherte der AOK Baden-Württemberg und der Betriebskrankenkasse Audi teil.

Bei dem Projekt nutzen die Ärzte die Software ViViAN (Virtuelle Vernetzung im Arztnetz), die eine sichere Datenübertragung von einem Arzt-Computer auf den eines anderen Kollegen ermöglicht - unabhängig vom Praxis-IT-System der Ärzte. Nach Angaben von Medi ist die Software vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) zertifiziert worden.

Seit Oktober vergangenen Jahres arbeiten die vernetzten Arztpraxen zudem mit einem Medikationsplan, den der Software-Hersteller MicroNova gemeinsam mit den Netzärzten entwickelt hat. Sobald ein Patient seine Einverständniserklärung unterzeichnet hat, können Verordnungsdaten sicher zwischen den behandelnden Ärzten ausgetauscht werden, berichtet Medi. Der daraus entstehende Medikationsplan sei immer aktuell und zeige auch Unverträglichkeiten an.

Ärzten im Netz werden Diagnosen, Verordnungen, Labordaten oder Informationen über Allergien künftig als elektronischer Arztbrief übermittelt, erläutert Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandschef von Medi Baden-Württemberg. So könne der teilnehmende Arzt diese Daten als Fremdbefunde mit einem Klick in seiner Software ablegen. Vernetzte Praxen, resümiert Baumgärtner, verbesserten die Zusammenarbeit von Haus- und Fachärzten "und sind attraktiver für den ärztlichen Nachwuchs." (fst)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »