Ärzte Zeitung online, 25.05.2016

Dr. Klaus Reinhardt im Video-Interview

So sieht der GOÄ-Fahrplan aus

Nach kontroverser, von erheblicher Skepsis begleiteter Debatte hat der Ärztetag den Vorstand der Bundesärztekammer erneut beauftragt, Verhandlungen zur GOÄ-Reform fortzusetzen. Der Ausgang bleibt allerdings völlig ungewiss. Einen Einblick in den Fahrplan gibt Dr. Klaus Reinhardt im Video-Interview mit der "Ärzte Zeitung".

Von Helmut Laschet

HAMBURG. Unter enger Einbindung der Berufsverbände und wissenschaftlichen Fachgesellschaften wird die Arbeit an einer Reform der GOÄ fortgesetzt. Dies hat der Ärztetag - nach kontroverser, von erheblichen Bedenken begleiteten Diskussion - am Mittwochnachmittag beschlossen.

Neu ist vor allem die Verhandlungsführung: Die politisch-strategische Verantwortung liegt beim Präsidenten der Bundesärztekammer Professor Frank Ulrich Montgomery. Er war am Dienstag vor Eintritt in die Tagesordnung mit einem Abwahlantrag konfrontiert worden, für den jedoch nur eine kleinere Minderheit des Ärztetages gestimmt hatte.

Die operative Arbeit liegt in der Verantwortung des neuen Vorsitzenden der Gebührenordnungskommission, Dr. Klaus Reinhardt. Im Video-Interview mit der "Ärzte Zeitung" (siehe oben) gibt Reinhardt einen Einblick in den GOÄ-Fahrplan und äußert sich über seine neue Rolle - und verloren gegangenes Vertrauen.

Bedingungen gestellt

Wesentliche Bedingungen für die Zustimmung der Ärzteschaft zu einem gemeinsam mit PKV und Beihilfe erarbeiteten Reformentwurfs sind:

- Leistungslegenden und -bewertungen sowie die neue Steigerungssystematik müssen den medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen des Jahres 2016 entsprechen;

- die Bewertung muss einer betriebswirtschaftlichen Kalkulation folgen;

- patientenindividueller Zusatzaufwand muss in Zusatzleistungen oder durch Steigerungsfaktoren abgebildet werden können;

- sprechende Medizin und Leistungen der Grundversorgung müssen besser als bisher bewertet werden;

- die Aufgaben der gemeinsamen Kommission von Ärzten, PKV und Beihilfe müssen auf die Erarbeitung konsentierter Empfehlungen zur Weiterentwicklung der GOÄ beschränkt werden.

Viele Punkte umstritten - und unklar

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Nach wie vor umstritten bleibt, ob die Bundesärztekammer nicht weitaus offensiver eine Erhöhung des Honorarniveaus fordern sollte. Im Raum steht derzeit eine als tolerabel empfundene Erhöhung um 5,8 Prozent.

Nicht präzisiert ist, was die Ausgangsbasis für diese Wachstumsrate sein soll, die sich auf einen Zeitraum von drei Jahren erstrecken soll.

Kritisch wurde dazu angemerkt, dass Kassenärztliche Vereinigungen in Verhandlungen mit den Kassenverbänden derzeit jährliche Abschlüsse von etwa vier Prozent Honorarzuwachs erzielen können, so der baden-württembergische KV-Vorsitzende Dr. Norbert Metke.

Bei vielen Delegierten herrscht der Eindruck vor, dass in der dreijährigen Einführungsphase eine Art Budget gilt, was jedoch von Reinhardt energisch bestritten wurde.

Ebenso unklar bleibt, welche Folgen Überschreitungen der Wachstumsrate auslösen sollen: Punktwertabsenkungen oder differenzierte Abwertungen bei bestimmten Leistungen.

Angesichts der komplexen Aufgabenstellung, die insbesondere auch die Beschaffung von umfassendem Datenmaterial zur Privatabrechnung einschließt, wurde ein bis zum Jahresende reichender Zeitplan für einen konsentierten Entwurf von Reinhardt selbst als nicht verbindlich eingestuft.

[25.05.2016, 21:58:27]
Dr. Henning Fischer 
"So sieht der GOÄ-Fahrplan aus:" es fährt ein Zug nach nirgendwo....

und das seit über 20 Jahren.

Wie viel haben die verantwortlichen Funktionäre dafür an Honorar kassiert?

Außer Spesen nichts gewesen.
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