Ärzte Zeitung, 08.09.2016

Endoprothesenregister

Nur 14 von 70 Kliniken melden Daten

Die freiwillige Teilnahme am Endoprothesenregister scheint in Rheinland-Pfalz nicht zu funktionieren. Erneut werden Stimmen laut, die eine Verpflichtung fordern.

MAINZ. Die Teilnahme am Endoprothesenregister ist nach wie vor freiwillig, auch wenn die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik (AE) seit langem eine Meldepflicht fordert. Neue Zahlen aus Rheinland-Pfalz belegen, dass die Freiwilligkeit dort zumindest nicht den gewünschten Erfolg bringt: In rund 70 Krankenhäusern im Land können sich Patienten künstliche Knie- oder Hüftgelenke einsetzen lassen. Von diesen 70 übermitteln allerdings lediglich 14 regelmäßig Daten an das Register.

Diese Zahlen hat die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) bekannt gegeben. Auch die TK macht sich für mehr Verbindlichkeit bei der Meldung stark. "Das Endoprothesenregister stellt ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung dar", sagt TK-Landesvertretungsleiterin Anneliese Bodemar. "Allerdings lässt sich nur optimieren, was man auch messen kann. Deshalb wird eine solide Datengrundlage benötigt."

Warum die Teilnahme bislang noch so gering ist, könne unterschiedliche Ursachen haben, so die Kasse. Bodemar nennt neben dem Faktor Zeitnot auch die Möglichkeit, dass "an der einen oder anderen Schnittstelle auch noch technische Schwierigkeiten bestehen" könnten. Sie fordert alle infrage kommenden Krankenhäuser auf, sich "zum Wohle der Patienten" unbedingt an der Datenübermittlung für das Endoprothesenregister zu beteiligen.

Auch die Krankenhäuser profitieren von einer Teilnahme, denn sie erhalten jährlich eine Auswertung mit Angaben darüber, welche Prothesen in ihrem Haus wie häufig implantiert wurden, wie sich die Zahl der Wechseloperationen entwickelt hat und warum es zu Problemen gekommen ist. "Beteiligen sich auch weiterhin nur einige Häuser, muss über eine Verpflichtung durch den Gesetzgeber nachgedacht werden", erneuert Bodemar die Forderung. (aze)

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