Ärzte Zeitung, 05.10.2016

Sachsen-Anhalt

Ersatzkassen klagen gegen Schiedsspruch

MAGDEBURG. Eine Honorarsteigerung um 4,5 Prozent hatte das Landesschiedsamt Sachsen-Anhalts Vertragsärzten für dieses Jahr zugebilligt. Zu viel, meinten die Ersatzkassen. Sie klagen.

"Mit den Primärkassen haben wir auf Basis des Schiedsamtsspruchs einen Kompromiss gefunden", so KVSA-Vorstand, Dr. Burkhard John. Mit der AOK Sachsen-Anhalt und der IKK gesund plus sei eine Einigung gelungen, die im Ergebnis eine um 4,5 Prozent höhere Vergütung ausmacht. Beibehalten wurden dabei landesspezifische Regelungen etwa zu Wegepauschalen, Förderung von Hausbesuchen oder Mammografiescreening.

"Auch mit den Ersatzkassen haben wir uns um Einigung bemüht. Leider vergebens. Sie haben jetzt Klage eingereicht. Ein extrem schlechter Schritt", sagt John. Die Vertragsärzte müssten einen Schwebezustand hinnehmen, in dem sie nicht wissen, wie viel Geld ihnen für bereits geleistete Arbeit zusteht. Die KV geht davon aus, dass der Rechtsstreit bis zum Bundessozialgericht geht. Dann bleibe das Honorar bis 2018 unsicher.

"Das Verhalten der Ersatzkassen ist unakzeptabel", war deshalb die fast einhellige Meinung auf der jüngsten Vertreterversammlung. Der Unmut der Ärzte ist groß und reicht bis zum Vorschlag von Augenarzt Dr. Olaf Linke, Versicherte mit Plakaten auf die Praktiken ihrer Kassen aufmerksam zu machen. Hausarzt Dr. Walter Elß plädierte für eine Aufklärung der Patienten, die ausschlaggebend für einen Kassenwechsel werden könnte. Burkhard John indes riet, den "Ball flach zu halten". (zie)

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