Ärzte Zeitung, 19.10.2016

Berlin

Hauptstadt der Kiffer?

Mit einer MultimediaKampagne will die Gesundheitsverwaltung gegen den Ruf Berlins als Kiffer-Hauptstadt vorgehen – und Präventionsarbeit leisten.

BERLIN. Nirgendwo in Deutschland wird mehr Cannabis konsumiert als in Berlin. Deshalb hat die Berliner Senatsgesundheitsverwaltung nun eine Präventions- und Aufklärungskampagne zu Cannabis gestartet.

Unter dem Titel "Zu breit?" will sie über die gesundheitlichen und sozialen Risiken des Cannabiskonsums informieren und zum Jugendschutz beitragen. Damit wird kurz vor Ende der aktuellen Legislaturperiode ein Beschluss der Koalitionsvereinbarung von SPD und CDU im Berliner Senat umgesetzt.

Die Kampagne spricht nicht nur Jugendliche und junge Erwachsene an, sondern auch Eltern, Lehrer, Erzieher und Trainer. "Durch Information soll eine kritische Haltung gegenüber dem Konsum von Cannabis gefördert werden. Die Kampagne soll Mut machen, auch Nein zu sagen – oder Maß zu halten", so Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU).

Auf eine Verurteilung von Konsumenten wird ganz bewusst verzichtet. Darauf verweist die Landesdrogenbeauftrage Christine Köhler-Azara. "Wir wollen suchtgefährdete Jugendliche ansprechen und nicht abschrecken", so Köhler-Azara.

Herzstück der Kampagne ist die Webseite www.berlin.de/zu-breit. Drei Plakatmotive zeigen absichtlich überzeichnet mit Comedy-Elementen die negativen Auswirkungen von Cannabis. Informationsbroschüren und Postkarten sollen in Geschäften und öffentlichen Einrichtungen ausliegen.

Für öffentliche Schulen werden spezielle Unterrichtsmaterialen inklusive eines Musikvideos bereitgestellt. Zusätzlich veranstaltet die Suchthilfe- und Präventions-Einrichtung Tannenhof Berlin-Brandenburg Diskussionsforen, Workshops und Coachings zur Suchtprävention und Suchthilfe für Konsumenten und Erwachsene mit Erziehungsverantwortung. Außerdem soll eine mobile "Zu breit?"- Lounge bis Ende November 2016 an verschiedenen Standorten Jugendliche ansprechen. (ami)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »