Ärzte Zeitung, 02.12.2016

Westfalen-Lippe

Dryden als erster Vorsitzender bestätigt

Die Herausforderungen sind groß, das neu gewählte Führungstrio der KV Westfalen-Lippe will sich ihnen konsequent stellen. Dr. Wolfgang-Axel Dryden führt weiter als Chef.

Von Ilse Schlingensiepen

DORTMUND. In der KV Westfalen-Lippe (KVWL) kann der künftige Vorstand gestärkt durch sehr gute Wahlergebnisse in die nächste Legislaturperiode gehen. Dr. Wolfgang-Axel Dryden bleibt der 1. Vorsitzende der KVWL, Dr. Gerhard Nordmann der 2. Mit Thomas Müller übernimmt ein KV-Eigengewächs das dritte Vorstandsressort von Dr. Thomas Kriedel, der nicht mehr kandidiert hat.

Alle drei blieben bei ihrer Wahl in das KVWL-Führungsgremium ohne Gegenkandidaten. "Ich will weiter ein kreativer Ideengeber sein", sagte der 67-jährige Dryden bei seiner Kandidatenrede. Als Schwerpunkte seines künftigen Engagements nannte der Hausarzt den Kampf gegen die Bedrohung der Ärzte durch Regresse, die Modernisierung der Abrechnung, den Ausbau des Dienstleistungsangebots für die Mitglieder und den Einsatz für mehr Honorargerechtigkeit im Vergleich zu anderen KVen.

Wahlen eröffnen Chancen

Die Honorarverhandlungen für 2017 sieht Dryden als besondere Herausforderung. Die Politik habe den KVen zwar die Möglichkeit gegeben, mit den Kassen eine Angleichung an die Honorare in anderen KVen auszuhandeln. "Aber wir müssen den Nachweis bringen, dass die Differenz nicht unberechtigt war." Das werde schwierig. Angesichts der Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen und der Bundestagswahlen hofft Dryden auf Rückenwind. "Die Politiker wollen wiedergewählt werden. Da lässt sich sicher das ein oder andere bewegen."

Die KVWL habe in den vergangenen sechs Jahren eine Menge erreicht, betonte Augenarzt Nordmann, ebenfalls 67. "Aber wir können uns nicht auf den Erfolgen von gestern ausruhen", betonte er. In den kommenden Jahren bleibe genug zu tun. Auch für Nordmann hat die Honorarkonvergenz hohe Priorität, ebenso wie die Entwicklung zukunftsfähiger regionaler und sektorübergreifender Versorgungskonzepte und die Präsenz der KVWL auf der Bundesebene. "Wir müssen die Selbstverwaltung stärken, gerade angesichts der Berliner Kapriolen", so Nordmann. Zentrale Bedeutung haben für ihn auch die Sicherstellung der Versorgung und die Nachwuchsförderung. "Wir müssen die jungen Kollegen dazu bringen, in die Niederlassung zu kommen."

Die KVWL müsse ihr schon gutes Beratungsangebot noch ausbauen, betonte Müller (52), der auf mehr als 30 Jahre Erfahrung im Haus zurückblicken kann. Er hat bei der KVWL seine Ausbildung gemacht, später dann ein berufsbegleitendes Studium der Betriebswirtschaftslehre absolviert. Sein Ziel ist es, bei den Angeboten der KV alle Aspekte im Berufsleben der Vertragsärzte abzubilden. "Wir brauchen qualitativ hochwertige Beratungsangebote für noch nicht niedergelassene Ärzte, für neu niedergelassene Vertragsärzte und für expandierende Vertragsärzte."

"Personifizierter Durchschnitt"

Wer einen Namen trage wie 50 000 andere in Deutschland, habe "Anspruch auf die personifizierte Durchschnittlichkeit", scherzte er. So wie FC Bayern habe auch die KVWL ihren eigenen Thomas Müller gefunden. Mit einem eigens entworfenen Trikot mit der Rückennummer 3 warb er: "Lassen Sie uns gemeinsam die Liga dominieren."

Bei der Wahl in den Vorstand erhielt Dryden 44 von 50 abgegebenen Stimmen, Nordmann 45 Stimmen, Neuling Müller schnitt mit 48 Stimmen am besten ab. Danach wurde Dryden mit 45 Stimmen zum 1. Vorsitzenden gewählt, Nordmann mit 46 zum 2. Auch hier gab es keine Kampfabstimmung.

Die Wahl habe die große Einigkeit gezeigt, sagte Dryden. "Wir haben hier nicht die Grabenkämpfe wie in anderen KVen."

Thomas Müller

Neue Position: Vorstandsmitglied der KV Westfalen-Lippe

Ausbildung in der Verwaltung der KVWL, berufsbegleitendes Studium der Betriebswirtschaftslehre.

Karriere: zuletzt Geschäftsführer des Zentralstabs Unternehmensentwicklung /  Steuerung, unter anderem mit der Zuständigkeit für Ärztenetze und digitales ArzneimittelManagement.

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