Ärzte Zeitung online, 20.03.2017

Chirurgen warnen

Pflegemangel gefährdet Op-Erfolge

Chirurgen warnen davor, dass ein Mangel an Pflegekräften Behandlungserfolge gefährden könnte.

Pflegemangel gefährdet Op-Erfolge

Auf dem 134. Chirurgen-Kongress diskutieren ab morgen rund 6000 Teilnehmer unter anderem über neue OP-Techniken und die Weiterentwicklung ihres Faches

© [M] Mathias Ernert / Attachment

MÜNCHEN. "Trotz der enormen Fortschritte in der Chirurgie gibt es in Deutschland erhebliche Defizite in der Patientenversorgung", sagte Tim Pohlemann, Präsident des 134. Chirurgenkongresses in München. Auf dem Kongress diskutieren ab morgen rund 6000 Teilnehmer unter anderem über neue OP-Techniken und die Weiterentwicklung ihres Faches.

Patienten würden immer schlechter vor- und nachversorgt, so Pohlemann. "Das entscheidet auch über eine höhere oder geringere Komplikationsrate." Je öfter Pfleger den Patienten sähen, desto eher bemerkten sie eine negative Entwicklung.

Nicht zuletzt der demografische Wandel mit immer älteren Patienten erfordere eine stärkere Betreuung. Dem stehe die pauschale Vergütung entgegen. Denn für jedes Krankheitsbild gibt es eine Fallpauschale - unabhängig davon, wie behandelt wird und wie aufwendig die Versorgung ist. Das System müsse flexibler dem Einzelfall angepasst werden. Pohlemann: "Unsere Forderung ist, dass wir für jeden Betreuungsbedarf den geeigneten Honorierungsschlüssel bekommen."

Untersuchungen belegten, dass Deutschland bei der Personalausstattung in Kliniken im internationalen Vergleich abfalle. Die Pflege sei der größte Kostenfaktor in einem Krankenhaus, kritisierte der Kongress-Präsident weiter. Folglich werde hier immer weiter gespart. Auf einen Pfleger oder eine Schwester kämen hierzulande 8 bis 14 Patienten, in Skandinavien liege das Verhältnis bei 1:3 bis 1:5. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Wie viel Fett und Eisen lastet auf Deutschlands Lebern?

Fettlebern sind hierzulande mittlerweile ein Massenphänomen, und auch die Eisenüberladung der Leber wird häufig festgestellt. Eine Studie der Uni Greifswald liefert jetzt Daten. mehr »

Ausgaben-Weltmeister bei Zytostatika

Die Ausgaben für onkologische Arzneimittel in der ambulanten Versorgung sind seit dem Jahr 2011 massiv gestiegen und übertreffen deutlich die Kostensteigerungen aller anderen Arzneimittel ohne Rezepturen. Das geht aus dem Barmer-Arzneimittelreport 2017 hervor. mehr »

Fidget Spinner gegen Rauchen und ADHS?

Die Spielwarenbranche ist elektrisiert: Fidget Spinners sind Sommertrend. Hunderttausende der Handkreisel rotieren in Deutschland: Sie sollen auch gegen Hyperaktivität und gar Rauchen helfen. Stimmt das? mehr »