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Ärzte Zeitung, 20.05.2008

Mehr Offenheit für alternative Heilmethoden gefordert

Interessenvertreter demonstrieren vor EU-Kommission

BRÜSSEL (spe). Vertreter alternativer und ergänzender Heilrichtungen fordern eine EU-weite Anerkennung ihrer Methoden und Heilmittel. Mit Transparenten zogen sie Mitte Mai in Brüssel vor das Amtsgebäude der Europäischen Kommission, um für ihr Anliegen zu demonstrieren.

Sehen schulmedizinische Verfahren ungerechtfertigt bevorzugt: Demonstranten in Brüssel.

Foto: spe

"Es wird höchste Zeit, dass das Prinzip, ‚wer heilt, hat Recht‘ wieder gilt", sagte der Vorsitzende der Vereinigung "Europäische Aktion für Therapiefreiheit, Recht auf Gesundheit" (EATRG), John Hart. Viele EU-Regierungen verhinderten jedoch eine freie Wahl der Therapie durch die ungerechtfertigte Bevorzugung schulmedizinischer Verfahren.

Die EU sei gefordert, Druck auf die Länder auszuüben, damit alternative und ergänzende Heilmethoden (CAM) als gleichwertig anerkannt werden. "Die Therapiefreiheit ist ein Grundrecht, das in den EU-Vertrag gehört", so der EATRG-Vorsitzende.

Die Vertreter alternativer Heilmethoden traten in Brüssel zudem dafür ein, CAM nicht mit den Maßstäben der Evidenz-basierten Medizin zu bewerten. Auch lehnen sie Tierversuche ab. "Die alternative Heilkunde basiert auf individuellen Diagnosen und einem persönlichen Behandlungsplan", sagte Hart. Daran müsse sich auch der wissenschaftliche Nachweis der Wirksamkeit von CAM orientieren. Möglich sei dies beispielsweise mit der BioenergetikAnalyse.

Frans Copers, Präsident der belgischen Shiatsu Vereinigung, forderte die EU-Kommission dazu auf, die alternativen Methoden zum Nachweis der Wirksamkeit von CAM auch finanziell zu unterstützen.

Es sei an der Zeit, dass Vertreter alternativer oder ergänzender Heilmethoden ihren Beruf in der EU uneingeschränkt ausüben könnten, so Klaus-Peter Schlehbusch vom Zentrum zur Dokumentation für Naturheilverfahren in Essen.

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