Ärzte Zeitung online, 28.08.2008

"Soziale Ungerechtigkeit tötet in großem Maßstab Menschen"

GENF (dpa). Soziale Ungerechtigkeit kostet weltweit unzählige Menschen das Leben. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht für die Weltgesundheitsorganisation (WHO), der am Donnerstag in Genf vorgestellt wurde. Dem Report zufolge hat etwa ein Mädchen in Lesotho eine 42 Jahre kürzere Lebenserwartung als eines in Japan.

Eine Frau in Schweden hat ein Risiko von 1 zu 17 400, bei Schwangerschaft oder Geburt zu sterben, eine in Afghanistan dagegen 1 zu 8. Doch solche dramatischen Unterschiede betreffen nicht nur die Entwicklungsländer: So habe etwa ein Kind aus einem Vorort der schottischen Stadt Glasgow im Schnitt 28 Jahre weniger zu leben als ein Altersgenosse, der nur 13 Kilometer entfernt das Licht der Welt erblickt hat.

Für alle diese Unterschiede gebe es keine biologische Erklärung, betont der Report. "Soziale Ungerechtigkeit tötet im großen Maßstab Menschen", schreiben die Autoren des UN-Berichts. Sie empfehlen unter anderem, Geld, Macht und Rohstoffe weltweit gerechter zu verteilen.

So habe die Globalisierung der vergangenen 25 Jahre zwar zu einem enormen Zuwachs des Reichtums weltweit geführt. Die Lücke zwischen den ärmsten und reichsten Ländern habe sich aber dadurch mehr als verdoppelt. In den Augen der Autoren ließe sich die tödliche Ungerechtigkeit lindern - verschiedene Länder, insbesondere in Nordeuropa, seien bereits mit leuchtendem Beispiel vorangegangen.

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