Ärzte Zeitung online, 04.09.2008

Pilotprojekt in Kenia für Kampf gegen Aids, Malaria und Wasserprobleme

NAIROBI (dpa). Gesundheitsvorsorge mit Synergie-Effekten soll ein Pilotprojekt der kenianischen Gesundheitsbehörden in Zusammenarbeit mit dem aus Dänemark stammenden Unternehmen Verstergard Frandsen erzielen. Vom 16. September an sind mehr als 40 000 Menschen in der westkenianischen Stadt Kakamega zu freiwilligen HIV-Tests aufgerufen.

"Jeder, der an dem Test teilnimmt, erhält ein mit Insektiziden imprägniertes Moskitonetz, Kondome und einen Wasserfilter", erläuterte Dr. Obsan Endekwa, der Bezirksarzt von Kakamega.

Die Projektteilnehmer sollen so nicht nur erfahren, ob sie möglicherweise HIV-infiziert sind, sondern können sich auch vor Malaria und durch verunreinigtes Wasser verursachte Durchfallerkrankungen schützen, denen vor allem viele Kleinkinder in Afrika zum Opfer fallen.

Endekwa hofft, dass die an die gesamte Bevölkerung gerichtete Aktion auch Hemmschwellen für möglicherweise HIV-infizierte Menschen senkt. "Die ganze Gemeinschaft ist zum Test aufgerufen, also wird keiner der Nachbarn komisch gucken, wenn jemand seinen HIV-Status testen lässt."

Das Projekt ist den Angaben zufolge die erste Partnerschaft zwischen öffentlichen und privaten Unternehmen (Public-Private-Partnership) im Bereich der Gesundheitsvorsorge in Kenia und soll Modellcharakter für Nachfolgeprojekte haben.

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