Ärzte Zeitung online, 04.09.2008

Kaufhausmagnat in Singapur wegen Organhandels verurteilt

SINGAPUR (dpa/gwa). Ein prominenter Kaufhausinhaber ist am Mittwoch im Singapur wegen Organhandels zu einem Tag Gefängnis und 8000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Tang Wee Sung (56) wollte einem indonesischen Arbeiter für umgerechnet 11 200 Euro eine Niere abkaufen. In Deutschland ist kein Organhandel möglich.

Die Nierentransplantation in Singapur fand nicht statt, nachdem die Behörden Wind von der Sache bekamen und Ermittlungen aufnahmen.

Tang hatte die Ethikkommission des Krankenhauses angelogen und gesagt, der Nierenspender sei ein Verwandter, der kein Geld erhalte. In seiner Urteilsbegründung sagte der Richter, er habe Tang mit Blick auf dessen schlechte Gesundheit eine längere Gefängnisstrafe erspart.

Tang, der an der Orchard Road, der Haupteinkaufsstraße in Singapur, ein großes Kaufhaus besitzt, ist herz- und nierenkrank. Der 26 Jahre alte Arbeiter war bereits zu zwei Wochen Gefängnis und umgerechnet knapp 500 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Organspenden gegen Geld sind in Singapur verboten.

In Deutschland ist ein Organhandel nicht möglich.

Thema Lebendspende: Hier finden Sie mehr Artikel

Thema Organtransplantation: Hier finden Sie mehr Artikel

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Psychotherapie-Richtlinie steht vor holprigem Start

Der Start der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April löst bei den Beteiligten keine Begeisterung aus. Die Kritik überwiegt. Lesen Sie die aktuellen EBM-Ziffern. mehr »