Ärzte Zeitung, 08.09.2008

Briten befürworten Steuern für das Gesundheitssystem

LONDON (ast). Jeder zweite Brite erwartet, dass der staatliche britische Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) innerhalb der kommenden zehn Jahre damit beginnen wird, von Patienten für ihre Behandlungskosten Geld zu verlangen. Bislang ist der NHS für Patienten kostenlos.

Wie aus einer aktuellen Umfrage des britischen Ärztebundes (British Medical Association, BMA) hervorgeht, erwarten etwa 60 Prozent der Patienten die Einführung von Behandlungsgebühren binnen zehn Jahren. Die BMA hat dazu landesweit etwa 1000 Patienten befragt.

Eine Kernaussage der Umfrage: 93 Prozent der befragten Patienten sind dafür, am bisherigen Finanzierungsprinzip des Gesundheitsdienstes festzuhalten. Derzeit wird der NHS zu mehr als 90 Prozent aus Steuermitteln finanziert. Nach Angaben des Ärztebundes sei die "große Mehrheit" der Patienten außerdem gegen die Beteiligung privater Leistungsanbieter.

Das läuft den Bestrebungen des Londoner Gesundheitsministeriums zuwider, private Klinikbetreiber und andere Privatunternehmen stärker in den NHS einzubinden. Sieben von zehn Patienten misstrauen privaten Leistungsanbietern, so die BMA. Und: jeder vierte Patient ist der Ansicht, die Versorgungsqualität des NHS habe sich in den vergangenen zehn Jahren nicht verbessert.

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