Ärzte Zeitung online, 17.10.2008

Kindersterblichkeit in den USA gesunken - aber nach wie vor hoch

WASHINGTON (dpa). Die Kinder- und Säuglingssterblichkeit in den USA ist neuesten Untersuchungen zufolge in den vergangenen Jahren zwar leicht gesunken - liegt aber nach wie vor deutlich über dem Durchschnitt der Industrieländer.

Wie die "New York Times" unter Berufung auf neuste Regierungsstudien berichtete, liegt die Kindersterblichkeit derzeit bei 6,71 toten Kindern im ersten Lebensjahr pro 1000 Lebendgeburten. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Rate bei 3,9 toten Kindern pro 1000 Lebendgeburten; der Durchschnitt in 21 großen Industrieländern liege bei unter 5 toten Kindern, schreibt das Blatt weiter.

 "Kindersterblichkeit ist weiterhin im Vergleich mit dem Rest der Welt beschämend hoch", sagte Grace-Marie Turner, Präsidentin des Galen-Forschungsinstituts. Nach den Zahlen der Regierungsstudie ging die Rate in den USA seit 2006 um zwei Prozent zurück. So starben allein im vergangenen Jahr etwa 28 000 Säuglinge und Kinder in ihrem ersten Lebensjahr.

 Als einen Grund für die hohen Zahlen in den USA geben die Forscher gesundheitliche Schäden bei den zunehmenden Frühgeburten an. Zwischen 2000 und 2005 sei die Zahl der Frühgeburten von 9 auf 12,7 Prozent gestiegen. Weiterer Grund seien Zigaretten-, Drogen- und Alkoholkonsum der Mütter in der Schwangerschaft.

Noch in den 60er Jahren habe es in den USA die weltweit zwölfniedrigste Sterberate von Kindern und Säuglingen gegeben, schreibt das Blatt. Inzwischen seien die USA auf den 29. Platz zurückgefallen. Kritiker unter Wissenschaftlern machen auch das amerikanische Gesundheitssystem für die Entwicklung verantwortlich. "Wir Amerikaner bezahlen mehr als andere für unser Gesundheitssystem, dennoch liegen wir bei der Kindersterblichkeit weit hinter anderen Staaten", meinte Karen Davis, Präsidentin des "Commonwealth Fund".

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