Ärzte Zeitung online, 20.10.2008

Rotes Kreuz befürchtet drastische Einschnitte durch Finanzkrise

JOHANNESBURG (dpa). Das internationale Rote Kreuz befürchtet durch die weltweite Finanzkrise drastische Budget-Einschnitte und erwägt daher ein Kostendämpfungsprogramm. Auch der Abbau von Stellen sei nicht ausgeschlossen, sagte Bekele Geleta, der Generalsekretär des Internationalen Verbands der Rotkreuz- und Roter Halbmond-Gesellschaften (IFRC) am Sonntag.

Viele westliche Regierungen würden nun erst mal ihre eigenen Bürger vorziehen, statt sich etwa bei der Afrika-Hilfe großzügig zu zeigen, so Geleta zur dpa.

Im Vorfeld eines dreitätigen Treffens der 53 IFRC-Gesellschaften in Johannesburg (Südafrika) ab diesem Montag betonte Geleta: "Wenn es nicht bald eine Wende gibt, dann wird sie (die Finanzkrise) zweifellos schwere Auswirkungen haben." Das jährliche IFRC-Budget liegt je nach der Zahl und dem Ausmaß der weltweiten Krisen zwischen 400 Millionen sowie mehreren Milliarden Schweizer Franken. "Wir werden darüber nachdenken müssen, wie wir Kosten sparen können", sagte der Äthiopier, "und wir müssen dabei so kreativ wie möglich sein, um die Auswirkungen möglichst gering zu halten."

Der Verband trifft sich in Afrika alle vier Jahre, um seine Strategie zu besprechen. Diesmal steht er unter dem Motto "Glaube an Afrika". Der Kontinent, der nach Angaben der Afrikanischen Entwicklungsbank im vergangenen Jahrzehnt ein Wirtschaftswachstum von sieben Prozent aufwies, habe bei der Umsetzung demokratischer Regierungsformen ebenfalls Fortschritte gemacht. Dennoch seien rund zwei Drittel aller Afrika-Berichte in den westlichen Medien weiter negativ.

Obwohl Afrikas Finanzwesen vom globalen Börsen-Gewitter weitgehend verschont blieb, seien Probleme für den Arbeitsmarkt durch sinkende Rohstoffpreise und Exporte zu erwarten.

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