Ärzte Zeitung online, 12.11.2008

EU-Kommission will Kampf gegen seltene Krankheiten verstärken

BRÜSSEL (dpa). Die Europäische Kommission will den Kampf gegen seltene Krankheiten verstärken. Die Behörde legte am Dienstag in Brüssel eine entsprechende Strategie vor. Demnach sollen Anreize für Pharma-Unternehmen geschaffen werden, mehr in die Erforschung von Arzneimitteln gegen seltene Krankheiten zu investieren.

Außerdem will die Kommission, dass die 27 EU-Staaten bei Forschung, Diagnose- und Therapiemöglichkeiten besser zusammenarbeiten. Schätzungsweise 36 Millionen EU-Bürger sind laut Kommission von seltenen Krankheiten wie der Huntingtonkrankheit Blasenkrebs oder Mukoviszidose betroffen.

"Wir wollen diese Menschen aus ihrem Schattendasein holen", sagte Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou. Da die hauptsächlich genetisch verursachten Krankheiten so selten vorkämen, seien sie auch unter Ärzten oft unbekannt und die Pharma-Unternehmen hätten wenig Anreize, Therapien zu entwickeln. "Der Arzt erkennt die Krankheit oft erst gar nicht und es kann Jahre an Unsicherheit und Frustration bedeuten, bis die Betroffenen überhaupt eine Diagnose bekommen." Insgesamt gibt es Vassiliou zufolge heute erst gut 45 Behandlungen gegen die insgesamt 5000 bis 8000 seltenen Krankheiten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »