Ärzte Zeitung online, 24.11.2008

EU-Kommission: Jede zehnte medizinische Behandlung fehlerhaft

BERLIN/BRÜSSEL (dpa). Nach Angaben der EU-Kommission in Brüssel ist jede zehnte medizinische Behandlung in der Europäischen Union fehlerhaft. In rund zehn Prozent der Fälle entstehe in der EU bei medizinischen Behandlungen Schaden, sagte EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "Die Welt".

"Medizinische Fehler sind eine echte Herausforderung für die europäischen Gesundheitssysteme." Sie forderte die Mitgliedstaaten auf, die Sicherheit und die Rechte der Patienten zu verbessern. "Wir erwarten, dass die Mitgliedstaaten eine Reihe von Empfehlungen umsetzen, um die Sicherheit von Patienten zu verbessern. Dazu gehört auch, dass im Falle von medizinischen Behandlungsfehlern Klagen erleichtert werden und eine Entschädigung sichergestellt wird", sagte Vassiliou. Die Kommissarin will am kommenden Mittwoch konkrete Pläne vorlegen.

Laut EU-Kommission treten pro Jahr allein in Krankenhäusern bei medizinischen Behandlungen in 15 Millionen Fällen Fehler auf. Der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV), Gerd Billen, forderte laut der Zeitung von der Bundesregierung ein "Patientenrechtegesetz", das Rechte und Pflichten zwischen Arzt und Patient klar regelt. Am häufigsten werden laut Bundesärztekammer Chirurgen Fehler vorgeworfen. Es folgen Orthopäden, Internisten und Gynäkologen.

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