Ärzte Zeitung online, 30.12.2008

Britische Patienten finden staatliche Kliniken weiterhin unhygienisch

LONDON (ast). Britische Patienten vertrauen den hygienischen Zuständen in den staatlichen Kliniken immer seltener. Das geht aus einer großen Patientenbefragung hervor, die im Königreich für negative Schlagzeilen und für rote Gesichter bei den Gesundheitspolitikern sorgt.

Hintergrund ist, dass jeder zweite Patient des staatlichen Gesundheitsdienstes National Health Service (NHS) nicht daran glaubt, dass die Kliniken wie vom Londoner Gesundheitsministerium versprochen, sauberer werden.

Gesundheitsminister Alan Johnson hatte in jüngster Zeit mehrfach versprochen, die NHS-Kliniken sauberer machen zu wollen. Das Problem im Königreich ist ernst. Seit Jahren steigt die Zahl der nosokomialen Infektionen unaufhörlich an.

Mehrfach schon wurden dem Londoner Gesundheitsministerium Studien vorgelegt, die eindeutig belegen, dass die mangelhafte Hygiene auf den Stationen zu einer weiteren Ausbreitung von Infektionen maßgeblich beiträgt. Deshalb verkündete Gesundheitsminister Johnson mehrfach ein ambitioniertes Programm, um die hygienischen Zustände in den staatlichen Krankenhäusern zu verbessern.

Allerdings sind 47 Prozent der von der "Healthcare Commission" befragten britischen Patienten der Ansicht, dass britische Kliniken heute so schmutzig sind wie vor Beginn der Johnson-Kampagne. Und: Im Vergleich zu 2002 hat das Vertrauen der britischen Patienten in den staatlichen Krankenhaussektor weiter abgenommen.

Befragt wurden rund 75 000 Patienten aus 165 NHS-Krankenhäusern. Die britischen Medien nahmen die Untersuchungsergebnisse zum Anlass, um die Gesundheitspolitik der Regierung Brown scharf zu kritisieren. Gesundheitsminister Johnson verspreche zu viel und halte zu wenig, urteilte zum Beispiel die Zeitung "Daily Mirror". Das Thema Krankenhaushygiene ist seit Monaten ein Dauerbrenner in der gesundheitspolitischen Diskussion in Großbritannien.

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