Ärzte Zeitung online, 01.12.2008

Krankenhäuser nach Ausschreitungen in nigerianischer Stadt überfüllt

NAIROBI/ABUJA (dpa). Nach blutigen Zusammenstößen zwischen Christen und Muslimen in der nigerianischen Stadt Jos ist in den überfüllten Krankenhäusern kaum noch eine Behandlung möglich. Ein Sprecher der Hilfsorganisation Oxfam sagte am Montag im britischen Rundfunksender BBC, es mangele an Medikamenten und Verbandsmaterial.

Angesichts hunderter Verletzter mit Schuss- und Stichwunden könnten die Ärzte nicht alle versorgen, die Hilfe brauchten. Bei den Ausschreitungen nach einer Kommunalwahl im Bundesstaat Plateau waren am Wochenende hunderte Menschen ums Leben gekommen.

Ein Sprecher des Gouverneurs des Bundesstaates beschuldigte "äußere Kräfte", die Unruhen geschürt zu haben. Einige der Festgenommenen stammten aus dem Tschad und dem Kongo, sagte er der BBC.

Der Bundesstaat Plateau in Zentralnigeria liegt an der Grenze zwischen dem muslimischen Norden und dem überwiegend christlichen Süden. Bereits in den vergangenen Jahren war es in Jos wiederholt zu Ausschreitungen zwischen Christen und Muslimen gekommen. Vor sieben Jahren wurden bei Unruhen mehr als tausend Menschen getötet.

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