Ärzte Zeitung online, 19.12.2008

EU-Minister entscheiden: Auch künftig kein Chlor-Hühnchen in Europa

BRÜSSEL (dpa). In der Europäischen Union darf auch künftig kein chlorbehandeltes Geflügel verkauft werden. Die EU-Agrarminister lehnten in Brüssel einen Vorschlag der EU-Kommission ab, das seit elf Jahren bestehende Importverbot für chlorbehandelte Geflügelteile aus den USA zu lockern.

26 Delegationen votierten am Donnerstag mit Nein; Großbritannien enthielt sich der Stimme. Die USA sehen in dem Einfuhrverbot eine Marktabschottung und sprechen von einem Einnahmeverlust für ihre Geflügelindustrie von jährlich 100 Millionen Euro.

In der US-Geflügelindustrie werden zerlegte Masthähnchen in Chlorlauge getaucht. Das Bad in der Chemikalie, die hierzulande auch zum Desinfizieren von Schwimmbecken genutzt wird, soll Keime abtöten. In Europa ist die Praxis verboten. "Wir haben in Europa eine andere Philosophie in der ganzen Produktionskette", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). Wir fahren mit unsere Strategie auf alle Fälle besser und meinen, dass das von den Verbrauchern auch besser akzeptiert wird."

Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, dass mit Chlor gespülte Geflügelteile auch in europäischen Supermärkten liegen dürfen, wenn die Verpackungen Aufdrucke tragen wie "chemisch behandelt" oder "mit Chlor desinfiziert". Gegner der US-Praktiken befürchten, dass es durch den Verzehr von Chlor-Hähnchen leichter zu Resistenzen bei Antibiotika kommt.

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