Ärzte Zeitung online, 04.03.2009

Sudan weist "Ärzte ohne Grenzen" aus

PARIS (dpa/nös). Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat auf Anweisung der sudanesischen Regierung 70 Mitarbeiter aus der Krisenregion Darfur nach Khartum ausgeflogen.

"Wir wurden vor ein paar Tagen schriftlich aufgefordert, internationale Mitarbeiter aus mehreren Orten aus Sicherheitsgründen bis Mittwoch abzuziehen", sagte eine Sprecherin in Paris. Die Regierung habe dies mit der erwarteten Anklage des Internationalen Strafgerichtshofs gegen den sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir begründet. Ärzte ohne Grenzen zeigte sich besorgt über die weitere Versorgung der Bevölkerung.

In einigen Gegenden sei die Organisation die einzige Anlaufstelle für medizinische Hilfe. Zudem seien in mehreren Flüchtlingslagern derzeit Fälle von Hirnhautentzündung bekannt geworden. Die Organisation betont, dass sie nicht mit dem Internationalen Strafgerichtshof zusammenarbeite und ihm keine Informationen zugetragen habe.

Der Internationale Strafgerichtshof hatte am Mittwoch einen Haftbefehl gegen al-Baschir ausgestellt. Dem Präsidenten werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in der Region Darfur vorgeworfen. Internationale Beobachter rechnen wegen des Haftbefehls mit Unruhen im Land.

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