Ärzte Zeitung online, 11.03.2009

UN-Suchtstoffkommission beginnt Beratungen über neues Konzept

WIEN (dpa). Drogenexperten aus über 100 Ländern haben am Mittwoch in Wien Beratungen über ein neues Konzept zum weltweiten Kampf gegen den Drogenmissbrauch im kommenden Jahrzehnt begonnen. Ein am Dienstag veröffentlichter Report der EU-Kommission hatte den weltweiten Bemühungen im Kampf gegen Drogenhandel und -missbrauch ein denkbar schlechtes Zeugnis ausgestellt.

Deutschland versucht im Rahmen der eineinhalbwöchigen Konferenz der UN-Suchtstoffkommission auch die Notwendigkeit der international umstrittenen "harm reduction" (Schadensbegrenzung) in das künftige Konzept zu integrieren. Dabei geht es unter anderem um Wege, schwer drogenabhängigen Menschen durch die Ausgabe von Ersatzmitteln zu helfen und sie damit aus dem kriminellen Umfeld des Drogenmissbrauchs zu holen. Während nahezu alle Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) dieses Konzept befürworten, ist die Mehrheit der UN-Mitgliedstaaten dagegen. Das neue Programm der UN-Suchtstoffkommission soll in der kommenden Woche verabschiedet werden.

Der österreichische Außenminister Michael Spindelegger bezeichnete Drogenhandel und -missbrauch in seiner Eröffnungsrede als "enorme Herausforderung". In vielen Regionen der Welt zähle Drogenhandel "immer noch zu den lukrativsten Formen des organisierten Verbrechens".

Nach dem Bericht der EU-Kommission steckt der weltweite Kampf gegen den Drogenmissbrauch in einer Sackgasse. Ungeachtet der internationalen Bemühungen um die Bekämpfung des Drogenhandels habe sich in den vergangenen zehn Jahren am weltweiten Drogenproblem fast nichts geändert. Zwar gebe es "leichte Verbesserungen" in einigen reicheren Ländern. In ärmeren Staaten, zu denen auch große Entwicklungs- oder Schwellenländer gehören, habe sich die Lage jedoch "erheblich verschlechtert".

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