Ärzte Zeitung online, 12.03.2009

EU-Kommission plant keine Nährwertprofile für traditionelles Brot

BRÜSSEL (dpa). Deutschlands Bäcker dürfen wohl auch weiterhin Vollkornbrot als "gesund" bewerben. EU-Pläne, Nährwertprofile für traditionelles Brot zu erstellen, sind vom Tisch, wie eine Sprecherin der Europäischen Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte.

Vor gut zwei Jahren hatten die EU-Mitgliedstaaten und das Europaparlament die Brüsseler Behörde beauftragt, solche "Nährwertprofile" zu erstellen. Daraufhin erarbeitete die Kommission mithilfe der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Vorschläge. Die Profile sollen sicherstellen, dass das, was auf der Packung steht, auch stimmt. Viele Lebensmittel werden nach EFSA-Angaben zu unrecht als "fettarm", "zuckerfrei", "ballaststoffreich" oder "gut für die Abwehrkräfte" bezeichnet. Zu viel Salz fördert Krankheiten wie Bluthochdruck.

Ein früherer Kommissionsvorschlag hatte vorgesehen, beim Brot die Kennzeichnung "gesund" nur noch zu erlauben, wenn je 100 Gramm maximal etwa ein Gramm Salz verwendet wurde. In Deutschland sind im fertigen Brot jedoch meist 1,5 bis 2 Gramm enthalten. In anderen EU-Ländern ist der Salzgehalt niedriger.

Die Kommissionssprecherin wies darauf hin, dass es sich nicht um einen "offiziellen Vorschlag" gehandelt habe und es auch nie darum gegangen sei, irgendeine Brotsorte zu verbieten. Es habe lediglich Arbeitspapiere mit möglichen "Szenarien" gegeben. Besonders die deutschen Bäcker hatten heftig protestiert.

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