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Ärzte Zeitung, 17.03.2009

Kommentar

Kurativer Griff in den Geldbeutel

Von Arndt Striegler

Mindestpreise für Alkohol könnten in Großbritannien schon bald Wirklichkeit werden. Die Mehrzahl der britischen Ärzteschaft steht hinter Großbritanniens Chief Medical Officer, Professor Sir Liam Donaldson. Sir Liam - immerhin Großbritanniens ranghöchster Mediziner und wichtiger Berater der Regierung in Gesundheitsfragen - verlangt, pro Einheit Alkohol einen Mindestpreis von 50 Pence (rund 60 Cent) festzusetzen. Eine Einheit Alkohol besteht aus zehn Millilitern. Der Vorschlag bedeutet, dass sich der Preis vieler alkoholischer Getränke über Nacht verdoppeln würde.

Eins steht fest: ohne drastische Maßnahmen wird es in Großbritannien kaum gelingen, Trinkgelage und deren Folgen in den Griff zu bekommen. Darin sind sich Ärzte, Politiker und Patienten einig. Der bekannte britische Leberexperte Dr. Rajiv Jalan (Institute of Hepatology, London) schätzt, dass sich jährlich rund 400 000 Patienten im Königreich krankenhausreif trinken. Alkoholabusus koste jährlich Milliarden. Insofern ist es höchste Zeit für drastische Maßnahmen. Aus deutscher Sicht interessant ist es, zu beobachten, ob Eingriffe in die Preisstruktur tatsächlich geeignet sind, um Patienten zu einer gesünderen Lebensweise zu erziehen. What's next? Eine Fettsteuer?

Lesen Sie dazu auch:
Britischer Regierungsberater will Mindestpreis für Alkohol

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